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Spitzenkandidat Koeppen: CDU kann sich in Regierung erneuern

Jens Koeppen (CDU) spricht im Bundestag. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Potsdam (dpa) - Keine Experimente und Warnungen vor Rot-Rot-Grün: Brandenburgs CDU betont auf dem Weg in den Bundestagswahlkampf die Kontinuität. Erneuern können man sich nach 16 Jahren der Kanzlerschaft Angela Merkels auch in der Regierung, sagte Spitzenkandidat Jens Koeppen bei seiner Wahl am Samstag in Potsdam. «Experimente und rosarote Wunschvorstellungen bringen das Land nicht voran», sagte Koeppen mit Blick auf die Grünen. Landeschef Michael Stübgen trat Zweifeln an der Eignung des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet für das Amt entgegen.

Laschet rief die Brandenburger Parteifreunde in einer Videobotschaft zur Unterstützung auf. «Eine starke CDU sind wir im Team.» Dazu gehöre der Landesverband in Brandenburg. Das Land zeige auch, dass es gut sei, wenn die CDU regiere. Die Christdemokraten bilden dabei ein Bündnis mit SPD und Grünen.

Die 60 Delegierten bestätigten mit deutlichen Mehrheiten den Vorschlag des Vorstands für die Landesliste für die Wahl im September: Der 58 Jahre alte uckermärkische Bundestagsabgeordnete Koeppen erhielt 52 Stimmen. Sechs Delegierte stimmten gegen ihn, zwei enthielten sich. Koeppen hat seit 2005 einen Sitz im Bundestag. Insgesamt kandidieren sechs Frauen und sieben Männer.

«Wir setzen auf Sieg, insbesondere im heiß umkämpften Potsdam», sagte Koeppen. Dort rivalisieren die Kanzlerkandidaten von Grünen und SPD, Annalena Baerbock und Olaf Scholz, um das Direktmandat. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig tritt dort an.

Die Bürger haben bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Mit der ersten wählen sie einen Direktkandidaten im Wahlkreis, mit der zweiten entscheiden sie sich für die Landesliste einer Partei.

Für die Brandenburger CDU sitzen im derzeitigen Bundestag neun Abgeordnete. Sie zogen alle über Direktmandate in das Parlament ein. Die neue Landesliste sollte eigentlich schon im Januar aufgestellt werden, das wurde pandemiebedingt aber verschoben

Angesichts ungünstiger Umfragen rief Koeppen die Delegierten insbesondere zum Einsatz gegen Grüne und AfD auf: «Drehen wir das Spiel in der zweiten Hälfte, auch gegen ein grün-blaues Fahnenmeer am gegnerischen Tor.»

Stübgen bekräftigte: «Armin Laschet zeigt, dass er ein guter Kandidat ist.» Auch bei Merkels erster Kandidatur 2005 seien viele nicht sicher gewesen. Dann habe sie als Kanzlerin die deutsche Geschichte geprägt und viele Krisen bewältigt.

Die Union wird aus Laschets Sicht im Wahlkampf von Erfolgen im Kampf gegen die Corona-Pandemie profitieren können. «Wir haben den Impfturbo gestartet. Deutschland ist auf dem Weg raus aus der Pandemie, zurück in die Freiheit», sagte Laschet. Er freue sich auf die Auseinandersetzung mit den Grünen. In Ostdeutschland sei aber vielerorts die AfD «unser Gegner Nummer eins», sagte Laschet.

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