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Sozialverband Deutschland will mehr Aufklärung über Organspende

Sozialverband Deutschland will mehr Aufklärung über Organspende
Deutschland und Welt: - Der Sozialverband Deutschland (SoVD) dringt zum Tag der Organspende am 5. Juni auf mehr Aufklärung zu dem Thema. "Es ist nicht einfach, sich bewusst mit der Frage zu beschäftigen, ob eine Organspende nach dem Tod in Betracht kommt oder nicht", sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer am Donnerstag. "Diese Frage kann und muss jeder Mensch für sich alleine entscheiden. Allen Menschen, die sich dafür entscheiden, gilt unser Respekt und Dank."
In Deutschland stehen rund 9.400 Menschen auf einer Warteliste für eine Organspende. Im Jahr 2020 gab es bundesweit jedoch nur 913 Organspender. Umso wichtiger sei es, den Tag der Organspende am 5. Juni dafür zu nutzen, aufzuklären und zu informieren. In Deutschland gilt die sogenannte Entscheidungslösung. Das bedeutet, dass die Organe nach dem Tod nur dann entnommen werden dürfen, wenn der verstorbene Mensch oder stellvertretend die Angehörigen zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt haben. Laut einer Befragung im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tun dies immer mehr Menschen, hieß es von Verbandsseite. Während im Jahr 2012 nur 26 Prozent der Befragten zu Lebzeiten festgehalten haben, ob sie einer Organspende zustimmen würden, waren es 2020 bereits 44 Prozent. "Diese Entwicklung stimmt mich positiv. Ich wünsche mir, dass noch mehr Menschen den Mut finden eine Entscheidung zu treffen. Die Vorstellung, nach dem eigenen Tod noch etwas Gutes zu tun, kann vielleicht bei der Entscheidungsfindung helfen", so Bauer. Schließlich ermöglichte nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums im vergangenen Jahr jeder und jede der 913 Spender durchschnittlich mehr als drei schwerkranken Patienten die Chance auf ein neues Leben.