-

Senat: Tempo 30 führt zu besserer Luft auf Verkehrsstraßen

Ein Verkehrsschild weist auf eine zeitlich begrenzte Tempo-30-Zone hin. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) - Für ein Modellprojekt hat der Berliner Senat auf fünf Hauptverkehrsstraßen der Hauptstadt Tempo-30-Zonen eingerichtet - auf vier der Straßen hat dies zu einer besseren Luftqualität geführt. Das teilte der Senat am Donnerstag nach der Auswertung der Daten mit, die zwischen den Jahren 2017 und 2019 gesammelt wurden. Demnach sanken die Stickstoffdioxidwerte (NO2) auf der Leipziger Straße, der Kantstraße, der Hauptstraße sowie auf dem Tempelhofer Damm bereinigt um andere Effekte um bis zu 3,8 Mikrogramm pro Kubikmeter Außenluft. Die Ausgangswerte lagen vor der Tempo-Umstellung auf diesen Straßen im Schnitt zwischen 41,2 und 51,6 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Damit die bessere Luftqualität zweifelsfrei auf die Temporeduzierung zurückgeführt werden konnte - und nicht etwa auf die generell sauberer werdende Autoflotte -, wurden Vergleichsmessungen an ähnlich stark befahrenen Straßen mit Tempo 50 durchgeführt. Einziger Ausreißer ist die Potsdamer Straße. Hier konnte kein Rückgang der NO2-Belastung festgestellt werden, der einwandfrei mit der Temporeduzierung erklärt werden könnte. Das liegt laut Untersuchung vor allem am hohen Verkehrsaufkommen auf der Potsdamer Straße. Dort lag die Durchschnittsgeschwindigkeit schon vor der Umstellung demnach deutlich unter 30 Kilometern pro Stunde. Der Untersuchung zufolge konnte der Stop-and-Go-Verkehr auf den betroffenen Straßen durch die Tempo-30-Vorgabe zum Teil deutlich verringert werden. Lediglich an der Potsdamer sowie an der Hauptstraße waren die Rückgänge vergleichsweise gering. Die Tempo-30-Zonen wurden indes auch nach dem Modellversuch nicht aufgehoben. Sie gelten auf den entsprechenden Strecken bis heute.