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Senat: Nach Wohnungsangebot von Vonovia mit Prüfungsprozess

Der Firmenname des Immobilienkonzerns «Vonovia» steht auf einem Schild in Wittenau. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Nach dem Angebot von Vonovia und Deutsche Wohnen zum Verkauf von 20.000 Wohnungen an das Land Berlin beginnt der Senat nun mit umfassenden Prüfverfahren. Zunächst müsse geklärt werden, welche der sechs kommunalen Wohnungsgesellschaften weitere Wohnungen übernehmen könnten und wie die neuen Einheiten aufgeteilt werden, erläuterte eine Sprecherin der Finanzverwaltung am Mittwoch. Um letztere Frage zu beantworten, müsse feststehen, welches Portfolio Vonovia und Deutsche Wohnen im Zuge ihrer geplanten Fusion dem Land genau anbieten. Das sei momentan noch nicht der Fall.

Eine weitere wichtige Frage sei natürlich der Kaufpreis, so die Sprecherin. Der Senat wolle zum Ertragswert kaufen, unterstrich sie. Bei diesem Wert spielen die Mieterträge eine wichtige Rolle, er ist mutmaßlich niedriger als der Verkehrs- oder Marktwert von Wohnungen - insbesondere im überhitzten Berliner Markt.

Momentan besitzen die städtischen Gesellschaften etwa 340.000 Wohnungen. Die Konzerne Vonovia und Deutsche Wohnen hatten am späten Montagabend bekanntgegeben, dass sie zusammengehen und in dem Zusammenhang gut 20.000 ihrer mehr als 150.000 Berliner Wohnungen an die Stadt abgeben wollen.

Welche genau das sind, ist offen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte lediglich die Thermometer-Siedlung in Lichterfelde und das Falkenhagener Feld in Spandau. Nach Angaben von Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) befinden sich die meisten in Rede stehenden Wohnungen außerhalb des S-Bahn-Rings, eine «vierstellige Zahl» aber auch in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Der Kaufpreis ist offen, dürfte aber mehrere Milliarden Euro betragen. Laut Kollatz soll der Deal in zwei bis drei Monaten unter Dach und Fach sein.

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