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Razzia wegen Glücksspiel-Verdacht: SEK kam mit Linienbus

Polizisten stehen vor dem Hotel "Panorama" in der Nähe des Kurfürstendamms. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa/bb) - Wegen des Verdachts einer illegalen Glücksspiel-Veranstaltung hat die Berliner Polizei mit einer großen Razzia in der Nacht zu Dienstag ein ganzes Hotel durchsucht. Im Einsatz waren fast 300 Polizisten, darunter auch Spezialeinsatzkommandos (SEK), wie am Dienstag mitgeteilt wurde.

160 Zimmer auf 10 Geschossen sowie der Keller des Drei-Sterne-Hotels am Adenauerplatz in der Nähe des Kurfürstendamms wurden durchkämmt. Die Polizei beschlagnahmte zehn Geldspielgeräte, einen Glückspielkoffer und mehrere Kilogramm Marihuana. Festnahmen von Verdächtigen gab es allerdings nicht. Auch stieß die Polizei nicht auf eine Pokerrunde oder ein anderes gerade laufendes Glücksspiel.

Die Durchsuchung begann am Montagabend gegen 22.30 Uhr und dauerte bis zum Dienstagmorgen. Spezialeinsatzkommandos kamen getarnt in einem großen Bus der BVG an. Im Hotel gingen die Polizisten in den Etagen von Zimmer zu Zimmer. Auf der Straße hörte man laute Rufe aus dem Hotel: «Polizei, Polizei». Türen wurden lautstark geöffnet, Lichtschein von Taschenlampen in dunklen Zimmern war zu sehen. Polizisten führten gefesselte Menschen aus dem Gebäude.

Im Hotel traf die Polizei insgesamt 103 Menschen an, darunter auch 2 Kinder. Bei der Feststellung der Identitäten fanden Polizisten diverse gefälschte Ausweise und stellten Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht fest. Außerdem fand die Polizei im Gebäude mehrere Büro- und Gewerberäume einer Firma, zu der keine gewerberechtliche Erlaubnis vorlag. Während des Eindringens der Polizei wurde laut Mitteilung ein Wachmann an der Nase verletzt. Die Straße vor dem Hotel war gesperrt, gegenüber standen zahlreiche Schaulustige.