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Razzia gegen Automatensprengerbande: Wohnungen durchsucht

Ein Schild mit der Aufschrift "Polizei" hängt an einem Polizeipräsidium. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Die Polizei in Brandenburg hat mehrere Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern einer Automatensprengerbande durchsucht. Zwei in Verdacht stehende Täter wurden am Dienstagmorgen festgenommen, wie die Polizeidirektion Ost und die Bundespolizei mitteilten.

Die zwölfköpfige Gruppe wird für 17 Sprengungen beziehungsweise Aufhebelungen von Fahrkartenautomaten an Bahnhöfen in den vergangenen zwölf Monaten verantwortlich gemacht. Elf davon sollen in Brandenburg - unter anderem in den Orten Straußberg, Erkner und Eisenhüttenstadt - stattgefunden haben, fünf in Berlin und einer in Baden-Württemberg.

Für die Sprengung leiteten die verdächtigten Automatenknacker ein Gasgemisch in die Fahrkartenautomaten ein, entzündeten es anschließend und brachten es dadurch zur Explosion. Die mutmaßlichen Mitglieder seien im Alter von 16 bis 35 Jahren.

Allein durch die Zerstörung der Automaten sei ein Schaden von rund 300 000 Euro entstanden - die Beute ist darin nicht enthalten. Um Nachahmungs-Effekte zu vermeiden, wollte die Polizei keine Angaben dazu machen, wie viel Geld die Gruppe erbeutete.

Die Polizisten durchsuchten acht Wohnungen in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Dahme-Spreewald. Vier Haftbefehle waren auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ergangen. Zwei mutmaßliche Täter wurden am Dienstagmorgen verhaftet, die anderen beiden trafen die Polizisten nicht an, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein weiteres mutmaßliches Bandenmitglied sitzt bereits wegen anderer Delikte in Untersuchungshaft. Gegen einige der Männer wird wegen weiterer Straftaten ermittelt.

Bei ihren Durchsuchungen fanden die Polizisten neben Hebelwerkzeugen auch Waffen, Betäubungsmittel und mehrere tausend Euro Bargeld sowie Mobiltelefone und Datenträger. Zu den Waffen zählten nach Polizeiangaben eine Schusswaffe mit Munition, zwei Gaspistolen, mehrere Messer, ein Schlagring sowie zwei Teleskopschlagstöcke. Die Polizisten nahmen weitere Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, gegen das Waffengesetz sowie wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte auf.

Der Polizeipräsident des Landes Brandenburg, Oliver Stepien, und der Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, Karl-Heinz Weidner, sprachen von einem wichtigen Signal und Ausdruck der erfolgreichen behördenübergreifenden Zusammenarbeit von Bundespolizei und Brandenburger Polizei. Da die Sprengungen auf Bahnhöfen stattfanden, für deren Sicherheit die Bundespolizei verantwortlich ist, war im Herbst 2020 eine gemeinsame Ermittlungskommission von Bundespolizei und Brandenburger Polizei gebildet worden.

© dpa-infocom, dpa:210713-99-362022/5


 
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