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Pückler-Park: Abschied von den Buchen der ersten Generation

Sonne scheint über dem Schloss im Fürst-Pückler-Park. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Bad Muskau (dpa/sn) - Millionen-Investitionen im Unesco-Welterbe: Rund 4,1 Millionen Euro sollen in diesem Jahre in den Pückler-Park in Bad Muskau investiert werden. Der Bau-Etat beinhaltet unter anderem Maßnahmen im Hermannsbad, an der Villa Pückler, am Badehaus sowie am Musikpavillon. «Zudem gibt es eine große Resonanz auf den Wettbewerb zur Entwicklung des Kavalierhauses zum Besucher- und Bildungszentrum des Geoparks Muskauer Faltenbogen», sagte Jaroslaw Golaszewski vom Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB) am Donnerstag nach der Sitzung der Stiftung «Fürst-Pückler-Park».

Von den 59 Bewerbern wurden 12 Vorschläge bei der ersten Sitzung des Preisgerichts Anfang Juni ausgewählt. Ein weiteres Treffen des Gremiums soll es Ende September geben, im Anschluss werden alle Arbeiten und die Preisträger-Ideen ausgestellt. Das Kavalierhaus aus historischem Bestand soll mit einem Neubau zu einem modernen Ausstellungsgebäude entwickelt werden, das mit der Pücklerschen Gestaltungsphilosophie als auch der Welterbekonvention übereinstimmt. Baubeginn soll 2024 sein.

Während es bei der Sanierung der historischen Gebäude vorangeht, wächst die Sorge um den ursprünglichen Baumbestand, vor allem um die zum Teil 200 Jahre alten Buchen im Bergpark. Im vergangenen Winter mussten 140 dieser Riesen gefällt werden. «Es ist schlimm, aber nicht schlimmer als in anderen historischen Parkanlagen in Deutschland. Wir müssen uns aber von einer Gehölzgeneration verabschieden, die zur Erstausstattung des Muskauer Park gehörte», sagte Park- und Schlossdirektor Cord Panning. Der Neuaufbau des Bestandes sei eine Generationenaufgabe.

Das schnellere Ende der alten Buchen wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst: drei heiße Dürresommer mit Wassermangel, Vorschädigungen durch Kämpfe im Zweiten Weltkrieg, unterirdische Stollen durch Altbergbau und verstärkter Pilzbefall, der die Bäume «innerhalb weniger Monate kollabieren lasse, analysierte Panning. Aufgrund des rasanten Zerfallsprozesses müssten die Bäume oft schnell gefällt werden. Temporäre Wegsperrungen schließt der Parkdirektor deshalb nicht aus, um die Sicherheit der Besucher und die Betretbarkeit des Parks weiter gewährleisten zu können.

Wie geht es weiter? «Wir haben gesehen, dass der Buchenbestand aus sich selbst heraus Jungwuchs schafft. Es scheint, dass diese jungen Buchen widerstandsfähiger als der Altbestand sind», sagte Panning. Nach seiner Schätzung gibt es insgesamt 17 000 Bäume im Muskauer Park, die ständig kontrolliert werden würden. Das Thema gesunde Hölzer in historischen Gärten «im Kontext des Klimawandels» will Panning nun zur nächsten Sitzung der Direktoren der deutschen Schlösserverwaltung nach Bad Homburg mitnehmen. Gemeinsam mit den Kooperationpartnern Schloss Sanssouci und Wörlitz soll ein Projekt zur Gehölzgesundheit bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt beantragt werden.

Die Stiftung «Fürst-Pückler-Park Bad Muskau» wurde 1993 ins Leben gerufen mit der Aufgabe, das kulturhistorisch bedeutsame Ensemble nach historischem Vorbild wiederherzustellen und zu erhalten. Den Landschaftspark legte Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) im 19. Jahrhundert an. Mit einer Gesamtfläche von über 800 Hektar ist das grenzüberschreitende Areal der größte europäische Landschaftspark im englischen Stil. Der Muskauer Park wurde 2004 als polnisch-deutsches Kulturerbe in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen.