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Protest gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Demonstranten blockieren eine Kreuzung auf der Waßmannsdorfer Chaussee in Schönefeld. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Schönefeld (dpa/bb) - Zahlreiche Demonstranten haben am Mittwochabend am Terminal 5 des Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld gegen die Abschiebung Asylsuchender nach Afghanistan protestiert. Ein Teil von ihnen blockierte dabei Zufahrtsstraßen, ein anderer Teil gelangte nach Angaben der Polizeiinspektion Flughafen auf das Betriebsgelände. Angemeldet waren der Polizei zufolge 50 bis 75 Personen, allerdings seien am Abend bis zu 350 erschienen. Etwa 150 von ihnen seien auf das Betriebsgelände vorgedrungen.

Zu den Protesten aufgerufen hatte der Flüchtlingsrat Brandenburg, der für Mittwochabend mit einer Sammelabschiebung nach Afghanistan gerechnet hatte. Nach Angaben eines dpa-Reporters waren Sprechchöre zu hören. Redner kritisierten, durch Abschiebungen nach Afghanistan würden Menschenrechte mit Füßen getreten. Auf Plakaten forderten die Demonstranten, die Abschiebung zu stoppen. «Asyl ist Menschenrecht» oder «Berlin abschiebefrei» war darauf unter anderem zu lesen. Eine Gruppe Demonstranten setzte sich auf der Waßmannsdorfer Chaussee unweit des alten Flughafens Schönefeld auf die Straße, ohne dass die Sicherheitskräfte - im Sinne der Deeskalation - einschritten.

Laut Polizei gab es bei den Protesten keine Angriffe auf Beamte und auch keine Festnahmen. Es seien aber einige Platzverweise ausgesprochen worden. Vor einem Gebäude kam es den Angaben zufolge außerdem zu einer Rangelei zwischen Demonstranten und Polizisten. Insgesamt sei aber alles friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher am späten Abend. Der Protest sei gegen 21.45 Uhr beendet gewesen, nachdem das Flugzeug mit den abzuschiebenden Personen abgehoben hatte.

© dpa-infocom, dpa:210407-99-119032/4

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