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Preis der Nationalgalerie an Sandra Mujinga

Künstlerin Sandra Mujinga steht beim Presserundgang der Shortlist-Ausstellung "Preis der Nationalgalerie 2021" im Hamburger Bahnhof. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Berlin (dpa) - Die in Berlin und Oslo lebende Künstlerin Sandra Mujinga ist mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet worden. Die Jury habe sich «nach intensiven Diskussionen» für die in der Demokratischen Republik Kongo geborene Mujinga entschieden, hieß es am Donnerstagabend zur Vergabe im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwartskunst in Berlin.

Mujinga setzte sich bei der elften Vergabe der Auszeichnung gegen den Künstler und Musikproduzenten Lamin Fofana, die mit Fotografie und Videos arbeitenden Calla Henkel und Max Pitegoff sowie die in Vietnam geborene Konzeptkünstlerin und Bildhauerin Sung Tieu durch. Alle leben in Berlin. Die Arbeiten der Nominierten sind noch bis zum 27. Februar ausgestellt.

Für die Präsentation im Hamburger Bahnhof hat Mujinga geisterhaft wirkende Figuren aus verflochtenen Stoffbahnen entworfen, die durch die Ausstellungsräume zu schweben scheinen. Damit zeige sie «eine hohe Sensibilität für die verwendeten Materialien», hieß es in der Begründung der Jury.

Mujinga gelinge es, widersprüchliche Erfahrungen in ihren Figuren zu vereinen. «Hierdurch entsteht eine Offenheit, die Raum für die eigene Imagination schafft.» Die Skulpturen erweckten den Eindruck, als kämen sie aus einer vergangenen Zukunft. «Sie erinnern uns daran, dass wir für unser Überleben auf andere Lebewesen Rücksicht nehmen müssen und von ihnen Strategien lernen können, sich an eine stets verändernde Umwelt anzupassen», schrieb die Jury.

Der Preis wird seit 2000 für junge Positionen der Gegenwartskunst vergeben, die die Internationalität der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln und durch neue künstlerische Ansätze bereits Bedeutung erlangt haben. Seit 2013 ist der Preis für Künstlerinnen und Künstler unter 40 Jahren verbunden mit einer Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof, jeweils im Folgejahr.

Zu den bisherigen Gewinnerinnen des Preises zählen etwa Anne Imhof oder Monica Bonvicini. Interessant ist auch ein Blick auf Nominierte, die sich nicht durchsetzen konnten. Dazu gehören seit der ersten Preisvergabe inzwischen international gefeierte Namen wie Olafur Eliasson, Katharina Grosse, Tino Sehgal, Maria Eichhorn oder Daniel Richter.

© dpa-infocom, dpa:211007-99-520138/3


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