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Polizei: Nach Terroranschlag Weihnachtsmarkt ohne Gefahr

Aug einem Schild an einer Bude des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz steht «Zeig Anstand - halt Abstand». Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und besonderen Corona-Bedingungen eröffnet der traditionelle Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche für die diesjährige Adventszeit - fünf Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag geht die Polizei nicht von einer gefährlichen Situation aus. «Wir erwarten keinerlei Störungen. Nichts, das uns von der Weltpolitik hier herein spielt», sagte der Leiter des zuständigen Polizeiabschnitts, Andreas Tschisch, am Freitag. «Wir haben alle keine Bauchschmerzen mit diesem Weihnachtsmarkt. Ich gehe davon aus: Alles wird gut.»

Ein Sicherheitskonzept für den Breitscheidplatz sei vom Veranstalter gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr entworfen worden. Die Vorbereitungen seien seit dem Spätsommer gelaufen, sagte Tschisch. Die Polizei sei auf dem Weihnachtsmarkt ab Montag präsent und sichtbar, ebenso wie private Wachleute der Veranstalter. Das sei auch wegen der Corona-Pandemie so geplant. Für die Besucher gilt entweder die 2G-Regel oder Maskenpflicht. Außerdem gibt es mehr Abstände zwischen den Ständen, breitere Wege und angepasste Sitzordnungen. Im vergangenen Jahr waren die Weihnachtsmärkte wegen Corona kurzfristig abgesagt worden.

Die Besucher müssen in diesem Jahr grundsätzlich Masken tragen, weil der Weihnachtsmarkt als eine Art Wochenmarkt gilt. Betreten die Gäste auf dem Weihnachtsmarkt ein Restaurant, müssen sie sich als geimpft oder genesen ausweisen. Das gleiche gilt, wenn sie sich zum Glühweintrinken draußen hinsetzen. Trinken im Stehen vor den Buden ist auch ohne Nachweis erlaubt.

«2G gilt, wenn sie sich niederlassen», sagte der Bezirksstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Arne Herz (CDU). «Ich kann die Weihnachtszeit genießen und trotzdem vorsichtig sein», betonte Herz. «Gerade beim Alkoholkonsum sollte man sich dessen bewusst sein. Dann können es auch zwei Glühwein sein.»

Der Weihnachtsmarkt öffnet am Montagvormittag um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst in der Gedächtniskirche. Offizielle Eröffnung mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist dann am Nachmittag.

Pfarrer Martin Germer sagte mit Blick auf den künstlichen Sternenhimmel über dem Weihnachtsmarkt, Adventszeit sei mehr als nur Lichterketten, das sollte nicht vergessen werden. Germer verwies auch auf den Festgottesdienst am 19. Dezember zur Feier der Einweihung der Kirche vor 60 Jahren am 17. Dezember 1961. Am Abend des 19. Dezembers sind eine Andacht und ein stilles Gedenken an den Terroranschlag 2016 geplant. Daran nehmen auch Politiker, Opfer und Angehörige teil. Vor fünf Jahren fuhr ein islamistischer Terrorist mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt. Er tötete zwölf Menschen. Ein weiterer Mann starb an den Nachwirkungen seiner Verletzungen in diesem Jahr.

In Berlin gibt es rund 50 Weihnachtsmärkte. Von ihnen hängen auch verkaufsoffene Sonntage und damit umsatzstarke Tage im Handel ab. Geschäfte dürfen am 5. und 19. Dezember nur öffnen, wenn drei der fünf größten Weihnachtsmärkte wie geplant an den Adventssonntagen stattfinden. Der Markt vor dem Schloss Charlottenburg wurde bereits abgesagt. Zu den großen fünf zählen außerdem Breitscheidplatz, Gendarmenmarkt, Zitadelle Spandau und Rotes Rathaus. Zu den Weihnachtsmärkten auf dem Gendarmenmarkt und in der Zitadelle haben nur geimpfte Menschen Zutritt.