Bericht:

Neues Buch von Victor Pouchet: "Warum die Vögel sterben"

Neues Buch von Victor Pouchet: "Warum die Vögel sterben. Foto: Piper Verlag GmbH.
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»Bewegt und verwundert taucht man wieder auf aus einem Roman, dessen Schönheit in seiner Schlichtheit liegt.« Leïla Slimani --- In der Normandie regnet es tote Vögel vom Himmel, doch in Paris nimmt man kaum Notiz davon. Nur ein promotionsmüder Student will unbedingt erfahren, was sich da – unter anderem in seinem Heimatort – ereignet hat. Er versucht allerdings ausgerechnet auf einem Vergnügungsdampfer dorthin zu gelangen. Als (weitaus) jüngster Passagier auf der Seine Princess verliebt und schlägt er sich auf diesem ›trunkenen Schiff‹ mit einem Matrosen um die Herzdame ... Aber ist seine Reise nicht vor allem ein Versuch, die Familie wiederzufinden und ein wenig Ordnung in seine Notizen und sein Leben bringen? --- »Elegant, lässig, witzig, geschickt ... der Jungfernflug eines wahren Schriftstellers.« Le Figaro Magazine.

Victor Pouchet wurde 1985 in Paris geboren. Lange Jahre hat er lieber Vögel beobachtet, als seine Doktorarbeit über die Nachfahren Stendhals im Spiegel der Kritik des 20. Jahrhunderts zuende zu schreiben. Seit seiner Promotion lehrt er moderne Literatur; Warum die Vögel sterben ist sein erster Roman. 

Leseprobe:

Es hatte tote Vögel geregnet. Das sagte ich den Flussschiffern am Anleger des Pariser Hafens immer wieder. Sie sahen mich seltsam an. Dabei stimmte es haargenau: Es hatte tote Vögel geregnet. Ich ging von Lastkahn zu Lastkahn, um mein Anliegen vorzubringen: Ich wollte mit ihnen die Seine hinunterfahren, um mir die Vögel anzusehen und um ins Umland von Rouen zu gelangen, wo es mehrfach Niederschläge toter Vögel gegeben hatte. Mehrere Schiffer lachten mir ins Gesicht, ein anderer hörte mir aufmerksam zu und riet mir, zur Gare Saint-Lazare zu gehen, wo stündlich Schnellzüge nach Rouen abfuhren, ein weiterer, der Sand transportierte, antwortete in einer Sprache, die ich für Tschechisch hielt. Sie würden noch nicht ablegen, sie verstanden mich nicht, sie hatten keinen Platz für mich, es interessierte sie nicht die Bohne.

Einer der Schiffer verwies mich schließlich an das Büro der Gesellschaft Blue Seine, die Flussfahrten auf diesem gar nicht so blauen Fluss anbot. Auf einem Plakat am Eingang tranken junge Rentner an Deck eines Schiffes bunte Cocktails und lächelten dazu nachdrücklich vor der Kulisse eines Steilufers: »Gehen Sie an Bord der MS Botticelli und entdecken Sie bezaubernde Landschaften und die Kulturschätze zwischen Paris bis Honfleur.« Ich stieß die Tür auf. War ich nicht letztlich so etwas wie ein Rentner von bald neunundzwanzig Jahren? Meine Haare wurden allmählich grau, ich war schon lange vergesslich, lebte gemessen vor mich hin.

Eine junge Frau in Matrosenuniform verkündete mir, dass sich die MS Botticelli derzeit in Reparatur befinde, es aber verbilligte Plätze auf der vornehmen Seine Princess gebe, einem Schwesterschiff mit der gleichen Reiseroute. »Wir befinden uns da genau im selben Angebotssegment«, erklärte sie mir, als wollte sie jede romantische Illusion, die ich möglicherweise mit dieser Reise verband, im Keim ersticken. Ich kaufte ein Ticket und bekam eine Zweierkabine auf diesem Schiff von hundertzehn Metern Länge und elf Metern Breite, das in fünf Tagen ablegen würde. Das Buch erscheint am 19.03.2019 bei Piper Verlag GmbH. Übersetzt von: Yvonne Eglinger und hat 192 Seiten.

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