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Mobile Luftfilter: Ministerium will mit Bund verhandeln

Ein Luftfilter steht in einem Klassenzimmer. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb) - Das Brandenburger Bildungsministerium will mit dem Bund über die Auszahlung der finanziellen Hilfen für die Anschaffung von mobilen Luftfiltern in Grundschulen zum Schutz gegen Corona-Infektionen verhandeln. Das jetzige Verfahren sei sehr aufwendig, weil die Länder die Bundesförderung selbst an die freien und kommunalen Träger weiterreichen müssten, kritisierte das Ministerium am Freitag. Brandenburg wolle in Gesprächen mit dem Bund nach Lösungen suchen, «wie die mobilen Geräte schnell an die Schulen und Kitas kommen, die über schlecht zu lüftende Räume verfügen». Solange bleibe es in den Einrichtungen bei den wirksamen Maßnahmen regelmäßiges Stoßlüften, Maske-Tragen und Testen.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, für die Beschaffung der Luftfilter für Schulen und Kitas 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Davon entfallen laut Ministerium 6 Millionen Euro auf Brandenburg. Gefördert werden sollen damit Einrichtungen, in denen Kinder im Alter unter 12 Jahren betreut werden. Das Ministerium verwies überdies auf wissenschaftliche Einschätzungen, wonach die Wirkung mobiler Luftfilter in Klassenräumen zum Schutz gegen das Coronavirus begrenzt sei.

Dagegen forderte die Linke-Fraktion im Brandenburger Landtag Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) erneut auf, die Beschaffung der Luftfilter voran zu treiben. «Wir erwarten jetzt von Britta Ernst, dass sie schnellstens reagiert und alles in die Wege leitet, damit wir in drei Wochen mit Luftfiltern an Schulen und Kitas starten können», erklärte deren bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg. Die Zeit sei äußerst knapp. «Wieder hat Brandenburgs Bildungsministerium wertvolle Zeit verschlafen und wieder starten wir holterdipolter in das neue Schuljahr», meinte Dannenberg.

Die AfD-Fraktion im Landtag lehnte die geplante Bundesförderung für die Luftfilter ab. «Gerade im Hinblick darauf, dass lediglich 0,02 Prozent der 1,2 Millionen Schülerschnelltests positiv ausfielen, ist eine Investition in mobile Lüftungsanlagen nichts weiter als Steuergeldverschwendung», meinte deren bildungspolitischer Sprecher Dennis Hohloch.


 
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