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Mehr Corona-Infektionen: Schulen starten in Präsenz

Ein Arzt hält einen Tupfer, mit dem ein Abstrich für einen Coronatest gemacht wird. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb) - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg ist auch am zweiten Tag des neuen Jahres gestiegen. Innerhalb einer Woche steckten sich 366,5 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an, wie das Gesundheitsministerium berichtete. Am Samstag lag der Wert bei 356,2, vor einer Woche bei 402. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern hat Brandenburg nach Thüringen und Bremen wie auch am Vortag die dritthöchste Inzidenz.

Den Bundeswert gab das Robert Koch-Institut am Sonntagmorgen mit 222,7 an. Weil zwischen den Jahren weniger getestet und gemeldet wird, geht das RKI bei den Zahlen von einer Untererfassung aus, die Lage werde unvollständig abgebildet.

Nach den Weihnachtsferien beginnt an diesem Montag wieder der Unterricht an den Schulen in Präsenz. Dafür gilt seit Mitte November des vergangenen Jahres, dass jede Schülerin und jeder Schüler dreimal wöchentlich einen negativen Corona-Schnelltest nachweisen muss. Die Beschäftigten müssen geimpft, genesen oder getestet (3G) sein. Für die Präsenzpflicht gibt es für bestimmte Gruppen Ausnahmen, sie brauchen dann eine Erklärung der Sorgeberechtigten.

Angesichts einer erwarteten Welle der Omikron-Virusvariante hatten sich die Lehrer-Gewerkschaft GEW und der Landeselternrat für erneuten Wechselunterricht in den Schulen ausgesprochen. Das Ministerium hatte darauf verwiesen, dass für den Fall einer Steigerung des Krankenstandes vorsorglich Optionen für die Schul- und Unterrichtsorganisation erarbeitet würden.

Bei den Ansteckungen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche hat Cottbus mit einem Inzidenzwert von 662,7 unter den kreisfreien Städten und Landkreisen deutschlandweit die zweithöchste Zahl. Nur der Ilm-Kreis in Thüringen hat eine höhere Inzidenz (789,7).

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Covid-Patienten innerhalb einer Woche je 100.000 Menschen nahm leicht ab. Nach 3,83 am Neujahrstag sank die Hospitalisierungsinzidenz auf 3,52. Die Warnampel steht in diesem Bereich auf Gelb.

164 Covid-Erkrankte liegen den Angaben zufolge auf Intensivstationen im Land nach 166 am Samstag, hiervon müssen - mit Stand Freitag - 132 beatmet werden. Insgesamt sind 641 Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus.

Die Gesundheitsämter meldeten 678 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages nach 870 am Neujahrstag. Allerdings wurden von einigen Landkreisen und kreisfreien Städten keine Daten übermittelt.

Vollständig geimpft sind in Brandenburg nach Daten des RKI 1.630.711 Menschen. Das entspricht einer Impfquote von 64,4 Prozent. Im Bundesländervergleich bleibt Brandenburg damit weiter auf dem vorletzten Rang. Darüber hinaus haben 32,1 Prozent der Menschen - mit Stand Mittwoch - eine Auffrischimpfung erhalten.

Über den Jahreswechsel hatte der überwiegende Teil der Impfstellen im Land geschlossen. In der Landeshauptstadt Potsdam hatten die Impfstellen in der Metropolishalle und in der Schinkelhalle zu Silvester und Neujahr geöffnet. Zahlreiche Menschen hatten das genutzt. Die Termine seien gut gebucht worden, berichtete Sprecherin Christine Homann vor Ort. Insgesamt seien in beiden Impfstellen am Silvestertag und am ersten Tag des neuen Jahres 1465 Impfungen verabreicht worden, die meisten davon waren Auffrischimpfungen.

«Diejenigen, die sich impfen lassen wollen, sind die Mehrheit der Gesellschaft, und es lohnt sich, ihnen die Chance auf eine Impfung zu geben, damit wir aus der Pandemie kommen», sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Beide Impfstellen waren in der zweiten Dezemberwoche geöffnet worden. Seitdem wurden den Angaben zufolge insgesamt bislang über 23.000 Impfungen durchgeführt. Auch etwa 1750 Kinder wurden geimpft.

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