Mann in Berlin-Wilmersdorf getötet: Verdächtiger gefasst

Polizisten sind vor einem Haus in Charlottenburg-Wilmersdorf im Einsatz. Foto von Fabian Sommer/dpa

Ein 24-jähriger Mann ist am Sonntagnachmittag in Berlin-Wilmersdorf getötet worden, nun fasste die Polizei einen Verdächtigen in Bernau nördlich von Berlin. Ein Hinweis eines Zeugen habe zu dem 25-jährigen Mann geführt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Parallel ermittelt die Polizei weiter zu dem Fall des am Samstag getöteten Mannes im U-Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg. Dass ein Verdächtiger identifiziert sei, wie der «Tagesspiegel» berichtete, wollte die Staatsanwaltschaft am Montag zunächst nicht bestätigen.

Der in Wilmersdorf getötete Mann war von Mietern eines Hauses in der Uhlandstraße nahe dem Hohenzollerndamm gegen 16.00 Uhr im Treppenhaus gefunden worden. Ob die schweren Verletzungen durch Messerstiche verursacht wurden, wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen. Die Brandenburger Polizei habe die Fahnder aus Berlin bei der Festnahme in einer Wohnung in Bernau unterstützt, hieß es weiter. Ob der Verdächtige in Bernau lebte, wurde ebenfalls bisher nicht gesagt.

Im U-Bahnhof Kottbusser Tor war der tote Mann im Alter von 26 Jahren am Samstag gegen 13.00 Uhr auf einem Zwischengeschoss gefunden worden. Er soll nach ersten Erkenntnissen der Polizei auf dem Bahnsteig der U8 aus einer Gruppe von Menschen heraus angegriffen und tödlich verletzt worden sein. Es hätten sich mehrere Zeugen gemeldet, die nun befragt würden, so die Berliner Staatsanwaltschaft.

Der «Tagesspiegel» berichtete, der Mann aus Tunesien sei bei der Auseinandersetzung mit der Gruppe erstochen worden, die Polizei habe einen Verdächtigen identifiziert. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte das am Montag nicht.

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik forderte aktuell eine Verschärfung des Waffenrechts. In den vergangenen Jahren registriere die Polizei eine Zunahme von Messerangriffen in der Hauptstadt, besonders auch bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, sagte Slowik dem Sender ntv. Sie sei deshalb für die von Niedersachsen geforderte Verschärfung des Waffenrechts. Seit Jahren gebe es mehr Gewalttaten. «Zugespitzt formuliert: Nach unseren Zahlen ist die Gewalt in Berlin jung, männlich und hat einen nicht-deutschen Hintergrund. Das gilt auch für Messergewalt.»

Das Kottbusser Tor ist seit Jahrzehnten ein bekannter Ort des Nachtlebens - aber auch berühmt-berüchtigt für Straßenkriminalität und Drogenhandel. In der Kriminalstatistik erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 3482 Fälle zum Thema «Messerangriff». 2575 Verdächtige wurden bei Straftaten mit Einsatz eines Messers in Berlin registriert. Davon hatten rund 1000 Menschen nur die deutsche Staatsangehörigkeit, rund 1370 Menschen hatten eine andere Nationalität, etwa 200 eine weitere und die deutsche Staatsangehörigkeit.


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