Bericht:

Mann in Berlin-Neukölln erstochen: Angeklagte schweigen

Der Eingang des Kriminalgerichts in Moabit. Foto: Britta Pedersen/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Sieben Monate nach einem tödlichen Messerangriff auf einen 40 Jahre alten Mann in Berlin-Neukölln haben sich zwei angeklagte Brüder vor dem Landgericht in Schweigen gehüllt. Einem der Männer wird Mord aus niedrigen Beweggründen zur Last gelegt. Der 38-Jährige habe sich dafür rächen wollen, dass der Geschädigte vor Jahren eine von ihnen nicht gebilligte Liebesbeziehung zu ihrer Schwester begonnen hatte, heißt es in der am Freitag zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. Der 34-jährige Bruder habe das Opfer getreten.

Es war 23.20 Uhr, als der Geschädigte am 30. Januar 2019 auf offener Straße angegriffen wurde. Nach zwei kräftigen Stichen in den Oberkörper konnte sich der 40-Jährige den Angaben zufolge noch in einen Spätkauf schleppen. Der Betreiber des Geschäfts habe sofort Feuerwehr und Polizei alarmiert. Das Opfer sei innerhalb weniger Minuten verblutet.

Die deutschen Angeklagten mit afghanischen Wurzeln wurden Anfang Februar verhaftet. Die Staatsanwaltschaft ging zunächst von einem gemeinschaftlichen Mord aus. Vor einem Monat erteilte die zuständige Strafkammer allerdings den rechtlichen Hinweis, dass für den mutmaßlichen Messerstecher auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht komme. Gegen den mitangeklagten 34-Jährigen bestehe dagegen kein hinreichender Tatverdacht wegen mittäterschaftlicher Tötung. Bei ihm komme aber eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung in Frage, so die Richter.

Der 34-Jährige wurde Ende Juli aus der Haft entlassen. Der Prozess wird am 23. August mit der Befragung von Augenzeugen fortgesetzt.

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