Bericht:

Lebensqualität für Unternehmensstandort wichtig

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Ostbrandenburger Unternehmen finden ihre wirtschaftlichen Bedingungen umso schwieriger, je weiter sie von Berlin weg sind. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Standortanalyse der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg. Befragt wurden 1300 Mitgliedsbetriebe zu Infrastruktur, Standortkosten, Lebensqualität, wirtschaftspolitischem Umfeld sowie Arbeitsmarkt und Bildung. Eines der drängendsten Probleme für die Unternehmen bleibe angesichts der demografischen Situation und des Unterschieds zwischen Rand-Berlin und dem ländlichen Raum die Verfügbarkeit von Fachkräften, sagte Robert Radzimanowski, IHK-Fachbereichsleiter Regionalpolitik, der Deutschen Presseagentur.

Als zweites großes Problem nannte Radzimanowski den Breitbandausbau. Das Gefühl erreichbar zu sein, sei den Unternehmen wichtig. Wenn Arbeitskräfte nicht ordentlich angebunden sein könnten, weil schnelles Internet fehle, gingen im Zweifel Jobs verloren oder der Unternehmer finde erst gar niemanden für die Arbeit, erklärte er.

Als wichtigste Faktoren der Lebensqualität nannten die Unternehmen der Analyse zufolge Sicherheit, medizinische Versorgung, öffentlichen Parkraum, Einkaufsmöglichkeiten und Kinderbetreuung. Im wirtschaftspolitischen Umfeld sind für die Unternehmer demnach Wirtschaftsfreundlichkeit, die Reaktionszeiten der Behörden und das Verständnis für unternehmerische Anliegen am wichtigsten.

Es müsse mehr Angebote seitens des Landes geben, beispielsweise im Schienenverkehr und bei Entwicklungen von Hochschulstandorten, forderte Radzimanowski. «Das Land muss die Städte in ihrer Entwicklung begleiten und darf sie da nicht allein lassen». Was die Städte attraktiv mache, stärke auch die Unternehmen.

In der vergangenen Woche hatte eine Fachkonferenz in Frankfurt (Oder) darüber beraten, wie brandenburgische Kommunen vom boomenden Berlin profitieren können. Stadtoberhäupter aus Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Jüterbog, Luckenwalde und Neuruppin waren dabei. «Diese Städte verbindet nicht ihre Größe, sie haben aber ähnliche Entwicklungen durchgemacht», hatte der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Rene Wilke (Linke) gesagt. Lange Zeit hätten sie mit Abwanderungen zu tun gehabt.

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