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Keine Einigung auf 356-Euro-Ticket im Berliner Senat

Fahrgäste sitzen in einer U-Bahn. Foto: Christoph Soeder/dpa

Berlin (dpa/bb) - Das in der Regierungskoalition umstrittene 365-Euro-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Berlin bleibt ein Zukunftsprojekt. In den Maßnahmenplan für mehr Klimaschutz in der Hauptstadt, den der Senat am Dienstag beschlossen hat, ist es nicht aufgenommen worden, wie Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) am Dienstag mitteilte. Wann es eingeführt werde, hänge auch davon ab, wie sich der ÖPNV in Berlin entwickele. Wenn man eine solche Vergünstigung einführe, müsse es auch entsprechende Kapazitäten geben. Daran werde mit Hochdruck gerabeitet, sagte Günther, stellte aber klar: «Augenblicklich liegen nach meiner Auffassung die Voraussetzungen noch nicht vor.»

Das Jahres-Ticket, mit dem für einen Euro pro Tag Busse und Bahnen genutzt werden könnten, hat innerhalb der Regierungskoalition immer wieder für Diskussionen gesorgt. In der SPD gibt es viel Sympathie dafür. Nicht zuletzt der Regierende Bürgermeister Michael Müller hat sich mehrfach die Einführung ausgesprochen. Aus seiner Sicht würde ein 365-Euro-Ticket den ÖPNV in Berlin attraktiver machen. Die SPD-Fraktion hatte schon im Januar 2020 eine Resolution verabschiedet, in der sie die Idee eines solchen Jahrestickets untersützt. Ob die Einführung solcher Angebote dazu führt, dass deutlich mehr Menschen den ÖPNV nutzen, ist allerdings umstritten.