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Kein Eisbären-Nachwuchs im Berliner Tierpark geplant

Die Eisbärin Hertha (l) versucht an ein Stück Eis zu kommen, das ihre Mutter Tonja entdeckt hat. Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Im Berliner Tierpark leben das Eisbären-Mädchen Hertha (3) und ihre Mutter (12) - und neue Nachwuchspläne hat Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem auch erstmal nicht. Kurz- und mittelfristig stehe keine neue Zucht an, sagte Knieriem der Deutschen Presse-Agentur. «Ausschließen wollen wir es nicht.» Knieriem räumte ein: «Was die Eisbärenanlage angeht, da haben wir noch Nachholbedarf». Pläne etwa für eine andere Anlage müssten aber in die Zukunft verlegt werden. «Für die Eisbären haben wir unmittelbar erstmal nicht das Geld.» Eisbärin Hertha, die am 1. Dezember 2018 im Tierpark im Osten Berlins geboren wurde, ist das Ergebnis einer unwissentlichen Inzucht. Das hatte der Tierparkchef im Mai 2021 bekanntgegeben. Die Eltern des Publikumslieblings sind Geschwister. Der Eisbärenmutter Tonja waren im Zoo Moskau nach ihrer Geburt 2009 falsche Papiere zugeordnet worden.

Dass Mutter Tonja mit einem anderen Männchen wieder zusammenkomme, sei auch laut Europäischem Erhaltungszuchtprogramm nicht ausgeschlossen, sagte der Veterinärmediziner Knieriem. Tonja sei eine sehr gute Eisbärenmutter. Zunächst aber sollen Hertha und Tonja so lange wie möglich zusammenbleiben. «Die verstehen sich sehr gut, das sind eher Freundinnen geworden», sagte der Zoo- und Tierparkdirektor. «Zeigen sie aber an, sie wollen getrennte Wege gehen, dann werden wir das neu organisieren.» Ein Fernziel sei es, zwei Anlagen für Eisbären zu haben, damit man Tiere auch trennen könne. Im Berliner Zoo leben nun keine Eisbären mehr. An Heiligabend war Eisbärin Katjuscha im Alter von 37 Jahren gestorben. Tierschützer kritisieren seit langem die Eisbärenhaltung in Zoos.

Die Eisbären-Zucht in Berlin war in den vergangenen Jahren auch nicht einfach. Mehrere Jungtiere von Tonja überlebten nicht - darunter der kleine Fritz, der 2017 überraschend an den Folgen einer Leberschädigung starb. Ein Publikumsliebling im Berliner Zoo war der kleine Eisbär Knut, der 2006 geboren und per Hand aufgezogen wurde. Er starb später an einer Gehirnentzündung.