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Kassenärzte: Mehr Impfungen in Praxen

Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit dem Impfstoff gegen Covid-19. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Die Arztpraxen in Brandenburg bekommen bei den Corona-Schutzimpfungen mehr und mehr Zulauf und benötigen deshalb mehr Impfstoff - dagegen werden die Impfzentren derzeit weniger genutzt. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) hingewiesen. «Die Haus- und Facharztpraxen zeigen Woche für Woche, dass sie alle Impfdosen verimpfen, die sie erhalten. Würde mehr Impfstoff geliefert, dann könnten auch noch mehr Menschen in den Praxen geimpft werden», sagte KVBB-Sprecher Christian Wehry am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Dagegen wurden seinen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen nur wenig Termine für die Impfzentren gebucht. Eine Vermutung sei, dass sich viele Menschen lieber in den Arztpraxen behandeln ließen oder dort schon auf Wartelisten stünden. Vor allem in den Impfzentren Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) und Prenzlau (Uckermark) gebe es in dieser Woche weiterhin recht viele offene Termine. Aber auch in anderen Impfzentren seien noch Termine offen, zusätzlich seien weitere Termine zur Buchung eingestellt worden, so der Sprecher. Nach Angaben des Impflogistik-Stabs stellt die KVBB spätestens ab 18. Juni die Erstimpfungen in allen Impfzentren ein, die nicht garantiert übernommen werden.

Seit Montag ist auch die Priorisierung der Impfreihenfolge in Brandenburg aufgehoben. Die Kassenärzte befürchten einen starken Andrang auch auf die Arztpraxen. Wehry hofft für die kommenden Wochen auf die zugesagten Mengen: «Ich glaube erst an den ausreichenden Impfstoff, wenn der Impfstoff wirklich im Land angekommen ist.» Nach Ansicht der Landesärztekammer sollten die Praxen bevorzugt mit Corona-Impfstoff versorgt werden. Die Erfahrung zeige, dass sich gerade die besonders gefährdeten älteren Menschen eher bei ihren Hausärzten in der Nähe als in einem weit entfernten Impfzentrum immunisieren lassen möchten, hieß es.