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Kannibalismus-Verdacht: Rechtsmediziner im Prozess erwartet

Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) – Im Prozess gegen einen 42-jährigen Lehrer wegen Mordes mit Kannibalismus-Verdacht will das Berliner Landgericht heute (10.00 Uhr) erneut Rechtsmediziner Michael Tsokos von der Berliner Charité befragen. Er hatte sich bereits vor einer Woche in der Verhandlung zu dem Fall geäußert und unter anderem erklärt, wahrscheinliche Todesursache des verstorbenen 43-Jährigen sei ein massiver Blutverlust. Ein Antrag der beiden Verteidigerinnen führte zur erneuten Ladung des Rechtsmediziners.  Der Angeklagte soll im September 2020 in seiner Wohnung in Berlin-Pankow den 43-Jährigen umgebracht haben, um durch die Tötung sexuelle Befriedigung zu erlangen und Teile der Leiche zu essen. Der Deutsche soll das Opfer laut Ermittlungen nur wenige Stunden zuvor über ein Dating-Portal kennengelernt haben. Die Leiche soll er zerstückelt und Teile an verschiedenen Orten in der Stadt abgelegt haben. Der Lehrer hatte nach mehrwöchigem Prozess sein Schweigen gebrochen und den Vorwurf einer Tötung zurückgewiesen.