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K.o.-Tropfen beim SPD-Fest? Kripo ermittelt

K.o.-Tropfen beim SPD-Fest? Kripo ermittelt. Symbolfoto: pixabay

Nach einer mutmaßlichen K.o.-Tropfen-Attacke auf dem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion ermittelt die Berliner Kriminalpolizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Bis Samstagmorgen seien insgesamt fünf Betroffene registriert worden, teilte die Polizei mit. Zuerst habe eine 21-jährige Frau nach der Teilnahme an dem Parteifest in der Nähe des Kanzleramts über Unwohlsein, Schwindel und Gedächtnisverlust geklagt. Die Frau hatte am Mittwoch laut Polizei nachmittags und abends auf der Party mit rund 1000 Gästen gegessen und getrunken, aber keinen Alkohol konsumiert. Ab etwa 21.30 Uhr soll ihr unwohl und schwindelig geworden sein. Am Morgen danach habe sie sich nicht mehr an den Abend erinnern können. Sie habe sich im Krankenhaus untersuchen lassen und die Polizei eingeschaltet.

Diese veranlasste nach eigenen Angaben eine Blutentnahme und eine toxikologische Untersuchung. Ein Ergebnis liege noch nicht vor, sagte eine Polizeisprecherin. Bis Samstagmorgen seien der Polizei vier weitere Fälle mit ähnlichen Symptomen bekannt geworden. Ermittelt werde gegen unbekannt. Die SPD hatte sich bereits am Freitag entsetzt geäußert. «Dies ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der unsererseits sofort bei der Bundestagspolizei gemeldet wurde», hieß es in einem Schreiben von SPD-Fraktionsgeschäftsführer Mathias Martin an Abgeordnete und Mitarbeiter. Er empfahl Betroffenen eine Anzeige bei der Polizei. Der «Tagesspiegel» zitierte aus einem parteiinternen Chat, in dem von acht Betroffenen die Rede war.

Am Samstag antwortete ein Sprecher der SPD-Fraktion auf die Frage, ob die betroffenen Frauen womöglich Opfer weiterer Straftaten wie etwa Diebstahl geworden seien: «Uns ist nicht bekannt, dass es noch zu weiteren Straftaten kam.» Auch die Polizeisprecherin sagte, es gebe keine Erkenntnisse über weitere Straftaten, auch nicht zu etwaigen sexuellen Übergriffe.

Sogenannte K.o.-Tropfen sind Drogen, die Opfer betäuben oder wehrlos machen und zu Gedächtnisverlust führen. Die Polizei warnt immer wieder vor Kriminellen, die die Substanzen bei Partys oder in Clubs in Getränke mischen und Opfer bestehlen oder sexuell missbrauchen. Ermittlungen gelten als schwierig, weil sich Opfer oft nicht erinnern. Zum Sommerfest war am Mittwoch neben SPD-Abgeordneten und deren Mitarbeitern auch Bundeskanzler Olaf Scholz gekommen. Wegen der Corona-Pandemie waren es deutlich weniger Gäste als in der Vergangenheit üblich.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ariane Fäscher war beim Fest. Sie sagte der «Märkischen Oderzeitung»: «Ich habe vor Ort nichts gemerkt. Auch niemandem von meinen Mitarbeitenden ist etwas aufgefallen.» Sie wünsche sich, dass der Vorfall «transparent und schonungslos» aufgeklärt werde. «Solch ein Fest findet in einem recht vertrauten Rahmen statt. Umso erschreckender ist es, wenn man sich dabei nicht mehr sicher fühlt.»

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