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K.o.-Tropfen bei SPD-Fest: Genaue Zahl der Opfer unklar

K.o.-Tropfen bei SPD-Fest Genaue Zahl der Opfer unklar. Symbolfoto: Roland Weihrauch/dpa

Nach den mutmaßlichen K.o.-Tropfen-Vorfällen auf einem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion ermittelt die Berliner Kriminalpolizei weiterhin in fünf Fällen. Drei mutmaßliche Opfer hätten nach dem Fest am Mittwochabend Anzeige erstattet, wegen zwei weiterer Fälle stehe man in engem Kontakt zur Fraktions-Geschäftsführung, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Bei der SPD hatten sich bis Sonntag insgesamt neun Gäste gemeldet, die von Symptomen berichteten, die meisten von ihnen Frauen. Die Polizei betonte, es wäre gut, wenn alle Opfer auch Anzeige erstatten würden, damit der Umfang der möglichen Tat klar werde. Über Motive eines möglichen Täters könne nur spekuliert werden. Bislang gebe es dazu keine konkreten Hinweise.

Ergebnisse einer Blutuntersuchung von einer Frau lagen am Montag laut Polizei noch nicht vor. Die 21-Jährige hatte sich am Donnerstag bei der Polizei gemeldet. Sie hatte am Mittwochabend nach dem Fest mit 1000 Gästen Übelkeit, Schwindel und Gedächtnisverlust gespürt. Zuvor hatte sie nach Angaben der Polizei dort gegessen und getrunken, aber keine alkoholischen Getränke. Am Donnerstag ließ sie sich dann im Krankenhaus untersuchen.

Eine andere Frau berichtete der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, sie könne sich an die Ereignisse am späten Mittwochabend teilweise nicht mehr erinnern. Kolleginnen hätten ihr berichtet, ihr sei schwindelig gewesen. Ihr fehle aber eine halbe Stunde Erinnerung. Ihre Kolleginnen hätten schließlich ihren Mann angerufen, der sie mit einem Taxi nach Hause gebracht habe.

Als K.o.-Tropfen werden verschiedene Arten von Drogen bezeichnet, etwa Ketamin, ein Narkosemittel aus der Tiermedizin, und GHB (Gammahydroxybuttersäure), umgangssprachlich Liquid Ecstasy genannt. In Clubs werden die Mittel in niedrigeren Dosierungen auch freiwillig als Partydrogen genommen. Täter schütten die Substanzen ihren Opfern heimlich in Getränke, um sie zu betäuben oder wehrlos zu machen. Die Opfer werden häufig ausgeraubt oder sexuell missbraucht. Tatorte sind meist Kneipen, Bars und Clubs.

In Berlin wurden 2019 vor der Corona-Pandemie 71 dieser Straftaten angezeigt. Im Jahr 2020 waren es 31 und im vergangenen Jahr 21 Taten. Mehr als zwei Drittel der registrierten Opfer waren Frauen und weibliche Jugendliche, aber auch Männer waren betroffen.


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