Infratest: Union weiter klar vorn - BSW mit deutlichen Zugewinnen

Infratest: Union weiter klar vorn - BSW mit deutlichen Zugewinnen
Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme das Bündnis Sahra Wagenknecht aktuell auf acht Prozent - eine Verbesserung um drei Prozentpunkte im Vergleich zu Ende Mai. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest unter 1.294 Wahlberechtigten für den Deutschlandtrend der ARD von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. Die Union bleibt stabil bei 31 Prozent und wäre damit aktuell klar stärkste Kraft. Die SPD käme nunmehr auf 14 Prozent (-1).
Die Grünen würden sich leicht verschlechtern auf 13 Prozent (-1). Die FDP läge mit aktuell fünf Prozent (+1) oberhalb der Mandatsschwelle. Die AfD büßt in der Umfrage gegenüber dem Vormonat einen Punkt ein und kommt derzeit auf 17 Prozent. Die Linke bleibt bei drei Prozent und damit unterhalb der Mandatsschwelle. Auf alle anderen Parteien entfallen derzeit neun Prozent. Rund ein halbes Jahr nach Gründung des BSW fänden es 38 Prozent der Deutschen gut, wenn das Bündnis Sahra Wagenknecht künftig an Landesregierungen beteiligt wäre; 46 Prozent fänden das nicht gut. In den ostdeutschen Bundesländern, wo im September drei Landtagswahlen anstehen, wird eine künftige Beteiligung des BSW an Landesregierungen sogar mehrheitlich unterstützt (55 Prozent); 29 Prozent fänden eine solche Beteiligung nicht gut. Bundesweit teilt mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) die Ansicht, das BSW habe außer Sahra Wagenknecht wenig zu bieten. Ebenfalls eine Mehrheit (53 Prozent) sieht es indes positiv, dass sich das BSW gleichzeitig für mehr Soziales und weniger Zuwanderung einsetze (+6 im Vergleich zu Juni 2024). 36 Prozent finden es gut, dass sich das BSW gegen weitere Waffenlieferungen für die Ukraine positioniere (+5). Knapp jeder Dritte (31 Prozent) unterstützt es, dass das BSW für ein "besseres Verhältnis mit Russland" eintrete (+1). Auch in diesen Fragen wird das BSW in den ostdeutschen Bundesländern überdurchschnittlich positiv bewertet. Die aktuellen Waffenlieferungen an die Ukraine halten knapp vier von zehn Deutschen (38 Prozent) für angemessen (+3 im Vergleich zu Januar 2024). Für 36 Prozent der Bürger gehen sie zu weit (+/-0). Jeder Fünfte (19 Prozent) ist der Meinung, Deutschland müsste die Ukraine stärker mit Waffen unterstützen (-2). Im Osten wird die militärische Unterstützung der Ukraine vergleichsweise negativ gesehen: Hier sagt jeder Zweite (50 Prozent), die Waffenlieferungen an die Ukraine gehen zu weit. Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau und hat gegenüber dem Vormonat leicht abgenommen. Jeder Fünfte (19 Prozent) ist mit der Arbeit der Ampel-Koalition sehr zufrieden bzw. zufrieden (-4 im Vergleich zu Ende Mai). Vier von fünf Deutschen (79 Prozent) sind weniger bzw. gar nicht zufrieden (+5). Neben Anhängern von AfD (100 Prozent), BSW (96 Prozent) und Union (89 Prozent) sind auch die Anhänger der Regierungspartei FDP mit großer Mehrheit (83 Prozent) unzufrieden mit der Koalitionsarbeit. Ein mehrheitlich positives Bild haben die Deutschen im Kabinett einzig von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius: 53 Prozent sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden bzw. zufrieden (-4 im Vergleich zu Ende Mai). Mit dem Unions-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz ist jeder Dritte (32 Prozent) zufrieden (+3); 57 Prozent sind mit seiner Arbeit unzufrieden. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kommt derzeit auf 29 Prozent Zufriedenheit (-1); sechs von zehn Deutschen (61 Prozent) sind mit seiner Arbeit unzufrieden. 28 Prozent der Deutschen stellen der BSW- Vorsitzenden Sahra Wagenknecht ein positives Zeugnis aus (+1); 57 Prozent sind mit ihr unzufrieden. Mit Finanzminister Christian Lindner (FDP) ist jeder vierte Deutsche (24 Prozent) zufrieden (+1); zwei Drittel (67 Prozent) sind mit ihm unzufrieden. Mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist derzeit jeder Fünfte (21 Prozent) sehr zufrieden bzw. zufrieden (-3); mehr als drei von vier Deutschen (77 Prozent) sind mit ihm unzufrieden. Von den beiden soeben wiedergewählten AfD-Bundesvorsitzenden bewerten die Wahlberechtigten Alice Weidel besser als ihren Co-Bundessprecher Tino Chrupalla. Weidel verbessert sich auf einen Zufriedenheitswert von 20 Prozent (+3); 62 Prozent sind mit ihr unzufrieden. Mit Chrupalla sind derzeit 12 Prozent zufrieden (+/-0 im Vergleich zu März) und 58 Prozent unzufrieden. Während Alice Weidel 82 Prozent der Deutschen bekannt ist, gilt das bei Tino Chrupalla nur für 70 Prozent der Deutschen.

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