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Habeck-Berater fordern grundlegend neues Weiterbildungssystem

Habeck-Berater fordern grundlegend neues Weiterbildungssystem

Deutschland ist für die massiven Umwälzungen aufgrund der digitalen Transformation offenbar nicht gewappnet. Zu diesem Ergebnis kommt der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums in einem Gutachten, über welches das "Handelsblatt" berichtet und das am Donnerstag an Minister Robert Habeck (Grüne) überreicht wird. Die 38 Spitzenwissenschaftler aus Wirtschafts- und Rechtswissenschaft fürchten "eine Koexistenz von Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit". Zudem könne es zu einer "Verschärfung der Ungleichheit" kommen. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Weiterbildungsstrategie von SPD, Grünen und FDP "bleibt vage", konstatieren Habecks Berater.

Sie schlagen daher eine grundlegende Neuaufstellung des deutschen Weiterbildungssystems vor. Wie bei der dualen Ausbildung soll eine Struktur geschaffen werden, die Staat, Unternehmen und Arbeitnehmern sowie deren Vertreterorganisationen tragen. Arbeiter, deren Job durch die Digitalisierung wegfällt, sollen Weiterbildungen von einem Jahr besuchen können. In Schulen würden sie theoretisch und in Betrieben praktisch für neue Jobs qualifiziert. Für die Abschlussprüfungen wären die Berufskammern zuständig.

Die Inhalte würden in Weiterbildungsordnungen festgehalten. Am Ende der Weiterbildung würden die Arbeitnehmer ein offizielles Zertifikat erhalten. Damit könne das aktuelle Problem behoben werden, dass Zertifikate "am weit zerfaserten Weiterbildungsmarkt für mögliche Arbeitgeber nur einen geringen Signalwert haben", heißt es im Gutachten. Schnellstmöglich soll ein "Runder Tisch" aus Sozialpartnern, Politik, Weiterbildungsanbietern und Wissenschaft zusammenkommen, um das neue Weiterbildungssystem auszugestalten. Der Beirat fordert außerdem einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.


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