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H1 Adobe Flash Player: Vom Aufstieg und Fall einer einst großen Plattform!

H1 Adobe Flash Player: Vom Aufstieg und Fall einer einst großen Plattform! Symbolfoto: pixabay

Erbarmungsloser als die deutschsprachige Wikipedia kann es niemand formulieren. Das Lexikon informiert zur Adobe Flash: „Es handelt sich um eine veraltete Plattform zu Programmierung und Darstellung multimedialer interaktiver Inhalte.“ Veraltet, längst ersetzt, ausgestorben: Das ist das Schicksal von Adobe Flash. Ist Flash wirklich endgültig tot? Wir werfen einen Blick auf Aufstieg und Fall einer einst großen Plattform. Über Jahrzehnte war es gelebte Internetrealität. Wer bestimmte Inhalte im Netz sehen wollte, musste den Adobe Flash Player aktivieren, wenn dieser nicht standardmäßig aktiviert war. Flash wurde häufig für das Abspielen von Video- und Sounddateien eingesetzt.

Diese Formate benötigen ein größeres Datenvolumen, für das Flash mit sogenannten Preloadern - eine Art Zwischenspeicher - eine gangbare Lösung bot. Flash ermöglichte es so, Medieninhalte gleichzeitig zu laden und abzuspielen. Auch in vielen Webseiten wurde Adobe Flash verwendet – etwa für Werbebanner oder – vor allem in den Anfangszeiten des Internets – als Intro. Adobe basiert auf der Skriptsprache C++ und war für Windows, MacOS und Linux erhältlich. Es handelte sich um sogenannte proprietäre Freeware. Entwickelt wurde die Software durch Adobe Inc.

H2 Adobe Flash: Vergangenheit und Gegenwart

Adobe Flash blickt auf eine lange Historie zurück. In den 1990ern wurde die Software  FutureWave entwickelt, die als Meilenstein beim Abspielen von Multimediainhalten galt und 1996 schließlich durch Macromedia gekauft wurde. Macromedia änderte den Namen der Software in Macromedia Flash. Schließlich wurde Adobe auf das Programm aufmerksam und verhalf Flash durch die Integration in die Creative Suite zu einem enormen Wachstumsschub. Flash galt innerhalb kürzester Zeit als die Plattform für Multimediainhalte im Internet. Ein Grund für die Popularität war die Kompatibilität mit allen Betriebssystemen. Danach gab es dutzende weitere Versionen. Adobe Flash 32.0 erschien am 8. Dezember 2020. Es war eine Art Gnadenversion: Der Flash Player wird seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr durch Adobe unterstützt. Auch die modernsten Browserversionen unterstützen Flash nicht mehr. Mit den aktuellen Browsern lässt sich der Flash Player nicht mehr nutzen und somit keine flashbasierten Inhalte mehr abspielen.

H2 Warum ist Adobe Flash untergegangen?

Der Untergang von Adobe Flash ist auf verschiedene Entwicklungen zurückzuführen. So gelang es Adobe nicht, Flash kompatibel mit Apples iPhone zu machen. Generell war die Funktion auf Smartphones nicht zufriedenstellend – auf iPhones wurde Flash gar nicht unterstützt. YouTube schließlich setzte auf eine Software, die den Flash Player überflüssig machte. Generell häuften sich Sorgen um die Sicherheit. Unter anderem der damalige Apple CEO Steve Jobs kritisierte die mangelnde Sicherheit, negative Auswirkungen auf Leistung und Akkus von Smartphones und weitere Aspekte. Die Entwickler der Plattform YouTube setzten deshalb zunehmend auf HTML5 als Ersatz für Flash. HTML5 bietet den Plattformen verschiedene Vorteile. Es handelt sich um eine offene Technik, die Browser ohne die zusätzliche Installation eines Plugins verwenden können. Flash galt auch als Einfallstor für Malware. Browserentwickler begannen damit, Flash Plugins aus ihren Anwendungen zu entfernen. Adobe schließlich hatte ein Einsehen und kündigte bereits 2017 die Einstellung des Supports ab 2021 an. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele Entwickler bereits andere Alternativen erschlossen.

H2 Flash heute noch nutzen: So geht es

Totgesagte leben bekanntlich länger. Die Einstellung des Supports durch Adobe und der weitreichende Bedeutungsverlust von Flash bedeuten allerdings nicht, dass es nicht mehr nutzbar wäre. Wer ältere Inhalte anzeigen möchte, kann als Windows Nutzer einen Trick anwenden und den Browser auf eine Version herunterstufen, die die Software unterstützt. MacOS Benutzer können eine integrierte Chrome Erweiterung verwenden. In einigen Nischenbereichen kann es vorkommen, dass Inhalte durch das Fehlen von Flash nicht mehr abspielbar sind. Die meisten Seitenbetreiber haben flashbasierte Inhalte allerdings in andere Formate umgewandelt. Ist dies in Einzelfällen nicht erfolgt, gibt es dennoch eine Lösung. Wer eine Seite mit einem Flashinhalt (zum Beispiel einem Spiel) aufruft, sieht einen Platzhalter. Im Quellcode der Website lässt sich mittels Copy & Paste der Inhalt herunterladen. Die Wiedergabe funktioniert mit Programmen wie zum Beispiel Ruffle.

Und so geht es: Zunächst wird die Flash Webseite aufgerufen. Nun wird über das Kontextmenü die Option „Seitenquelltext anzeigen“ aufgerufen. Mit Strg+F wird die Browsersuche aktiviert. Wer nun .swf eingibt, sucht nach Flash Dateien im SWF Format. Im Quelltext sollte ein SWF Link erscheinen. Dieser wird kopiert und in einem neuen Tab mit Steuerung + V eingefügt. Nun sollte ein Dateidownload beginnen. Nach dem Abspeichern auf der Festplatte ist die Wiedergabe mit Software wie Ruffle möglich. Ein Tipp: Vermeintlich elegante Lösungen, die Flash mit modernen Browsern kompatibel machen, sind meistens mit großen Zugeständnissen bei der Sicherheit verbunden. Die Ruffle Lösung ist deshalb definitiv besser.


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