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Grüne: «Können nicht jede Fläche einfach zubauen»

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin, spricht. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Die neuen Fraktionschefinnen der Grünen im Abgeordnetenhaus, Antje Kapek und Silke Gebel, haben angesichts der Wohnungsnot in Berlin eine ökologisch verträgliche Lösung gefordert. «Grünflächen sind ein wichtiger Teil der sozialen Infrastruktur», sagte Kapek dem «Tagesspiegel» (Montag). «Das müssen wir bewahren und können nicht jede Fläche einfach zubauen.» Gebel ergänzte: «Es gibt ein immenses Potenzial an Nachverdichtungen in Berlin, das überhaupt nicht ausgeschöpft wird.» Hunderttausend Studierendenappartements könne man demnach auf geeigneten Flachdächern schaffen, «wenn man im Holzmodulbau die Häuser um eine Etage erhöht.» Das sei günstig und schnell umzusetzen.

Um Bestandsmieterinnen und -mieter vor stark steigenden Mieten zu schützen, brachte Kapek ein «Siegel für faire Vermieter» ins Spiel. Die Fraktionsvorsitzenden forderten zudem die Einführung eines «Wohnungs- und Mietenkatasters». «Aufbauend auf dem Grundstückskataster wird für jede Mietwohnung die Grundfläche, der energetische Zustand und die Miethöhe erfasst», sagte Kapek. «Das ist die nachvollziehbarste Bemessung von Miethöhen und würde alle Debatten um künftige Mietspiegel auf ein transparentes und seriöses Fundament stellen.»