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Gender-Sonderzeichen sind an Schulen nicht die Regel

An einem Whiteboard steht das Wort "Lehrer" in verschiedenen Gender-Schreibweisen. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) - An Berliner Schulen sind Sonderzeichen für eine geschlechterneutrale Sprache nicht üblich. «Wir unterscheiden in Berlin Verwaltungshandeln und Lehre», teilte ein Sprecher der Bildungsverwaltung auf Anfrage mit. «Im Unterricht wird die Schreibweise nach Duden gelehrt und nur diese, das heißt alle männlichen und weiblichen Bezeichnungen gemäß Schreibweise des Dudens sind richtig.» Das bedeute aber auch, dass Gendersternchen, Unterstrich oder andere Varianten nicht als normgerechte Schriftsprache unterrichtet würden. Sie könnten im Unterricht allerdings natürlich als gesellschaftliches Phänomen behandelt werden. «Im Sinne eines zeitgemäßen Unterrichts ist das Aufgreifen von Genderfragen ausdrücklich erwünscht», so die Bildungsverwaltung.

Beim offiziellen Schriftverkehr, der zum Verwaltungshandeln gehört, wird dem Sprecher zufolge die sogenannte binäre Schreibweise verwendet. «Das heißt alle Schreiben werden mit weiblicher und männlicher Form gefasst.» In Briefen etwa der Senatsverwaltung an die Schulleitungen ist also beispielsweise die Rede von «Schülerinnen und Schülern». Nach Auskunft des sächsischen Kultusministeriums in Dresden sollen an sächsischen Schulen ausdrücklich keine Sonderzeichen für eine geschlechterneutrale Sprache mehr verwendet werden. Ein entsprechendes Schreiben an die Schulleiter sei vor Beginn des neuen Schuljahres verschickt worden, erklärte eine Sprecherin am Dienstag. Dabei geht es etwa um Briefe an Eltern oder Unterrichtsmaterialien. Danach soll dabei gänzlich auf Zeichen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich verzichtet werden.


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