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Gebel fordert Lockerungen für Berlins Schulen

Ein Schüler meldet sich während einer Mathestunde im Präsenzunterricht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) - Berlins Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel hat dafür plädiert, sich bei der Öffnung der Schulen ein Beispiel an Brandenburg zu nehmen. Auch in der Hauptstadt müsse es für Kinder und Jugendliche wieder die Möglichkeit geben, im Klassenverband unterrichtet zu werden, sagte Gebel am Mittwoch. «Wir haben den zweiten Tag in Folge eine Inzidenz unter 50, das ist sehr erfreulich und macht Mut. Wir müssen jetzt aber auch endlich den Kindern und Jugendlichen eine echte Perspektive geben», sagte Gebel. «Es kann nicht sein, dass bald Kongresse mit 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder möglich sind, aber die Grundschulkinder weiter keinen Regelunterricht haben.»

Im Gegenteil, Kinder und Jugendliche müssten bei den Corona-Lockerungen Priorität haben. «Deswegen appellieren wir Grüne eindringlich, hier dem Brandenburger Weg zu folgen und zumindest die Grundschulkinder schon vor den Sommerferien wieder im ganzen Klassenverbund zusammenkommen zu lassen», sagte Gebel.

In Brandenburg kehren die Grundschulen am Montag (31. Mai) in den Präsenzunterricht zurück, eine Woche später die weiterführenden Schulen (7. Juni). Voraussetzung dafür ist ein Wert von weniger als 50 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in dem Landkreis, und zwar an drei Tagen in Folge.

Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke sprach sich ebenfalls für eine weitere Öffnung der Schulen aus. «Jeder Tag Präsenzunterricht ist ein guter Tag für die Bildung und die soziale Chancengleichheit», teilte er am Mittwoch mit. «Der Senat macht es sich zu einfach, organisatorische Gründe für den Verbleib im Ausnahmezustand vorzuschieben.»

Der CDU-Politiker sagte, Kinder hätten ein Recht auf Schule und Familien ein Recht auf Normalität. «Das gilt für alle Familien in dieser Stadt und umso mehr für Familien, die aufgrund ihrer sozialen Lage, ihrer noch immer fehlenden technischen Ausstattung und beengter Wohnverhältnisse besonders betroffen sind.»

Die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen seien richtig gewesen, so Liecke. «Sie sobald es geht zurückzunehmen, ist es auch. «Es lohnt sich nicht» ist das denkbar schlechteste Argument gegen die Öffnung der Schulen.»

Auch die «Initiative Familien» fordert eine sofortige Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen und hat nach Kundgebungen am Pfingstmontag und Dienstag für Samstag (29. Mai) eine weitere Demonstration vor dem Roten Rathaus angekündigt.

Nach Angaben der Bildungsverwaltung soll es bis zu den Sommerferien beim Wechselunterricht bleiben. Dabei werden die Lerngruppen geteilt, die Schülerinnen und Schüler lernen abwechselnd in der Schule und zu Hause. Der Senat hat in dem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Sommerferien in Berlin deutlich früher beginnen als in vielen anderen Bundesländern. Bis zum ersten Ferientag (24. Juni) sind es noch etwa vier Wochen.

In Berlin ist die Sieben-Tage-Inzidenz nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen auf 39,3 gesunken. Am Dienstag hatte der Wert erstmals seit Oktober vergangenen Jahres den politisch wichtigen Schwellenwert von 50 unterschritten.

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