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Experten rechnen mit leichtem Jobwachstum in Thüringen

Das Logo vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB, steht mehrfach auf einer Glasscheibe in den Büros der Behörde. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Nürnberg/Erfurt (dpa/th) - Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwarten, dass trotz der Corona-Pandemie die Arbeitslosigkeit in Thüringen im Jahresdurchschnitt sinkt. Zudem sollte es zumindest ein geringes Jobwachstum von 0,2 Prozent im Freistaat geben, teilte die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur am Mittwoch mit. Gerechnet würde mit durchschnittlich 799 600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das wären 1900 Beschäftigte mehr als im Jahresdurchschnitt 2020.

Nach der Prognose gebe es in Thüringen 2021 durchschnittlich 61 900 Arbeitslose. Das würde einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 7,2 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2020 mit 66 700 Arbeitslosen entsprechen.

Das Jobwachstum fiele in Thüringen allerdings deutlich schwächer aus als im Bundesschnitt mit prognostizieren 0,8 Prozent und läge auch unter dem ostdeutschen Schnitt von 0,7 Prozent. Als Grund wurde vor allem die demografische Entwicklung in Thüringen genannt mit einer sinkenden und älter werdenden Bevölkerung.

Die Arbeitsmarktexperten des IAB berechneten auch eine Variante für den besten und schlechtesten Fall der Arbeitsmarktentwicklung. Danach könnte ein Jobwachstum von bis zu 1,2 Prozent erreicht werden - das bedeutete 9600 neue Arbeitsplätze. Im schlechtesten Fall prognostizierten sie einen Rückgang der Beschäftigung von 0,7 Prozent - verbunden mit dem Wegfall von 5800 Jobs im Vergleich zum Vorjahr.

Thüringens Arbeitsmarkt zeige sich trotz der Pandemie bisher robust, so Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion. Im Gegensatz zu Einzelhandel, Gastgewerbe und vielen Dienstleistungsbereichen kämen Industrie, Bau, Handwerk sowie der Internet-Handel derzeit vergleichsweise gut durch die Krise. Allerdings hätten Teile der Industrie bereits vor Corona in einem Strukturwandel gesteckt.

Nach der IAB-Prognose wird die Arbeitslosigkeit 2021 insgesamt in Ostdeutschland stärker sinken als in Westdeutschland. Mit 9,4 Prozent gehe die Zahl der Arbeitslosen in den ostdeutschen Bundesländern den Erwartungen zufolge deutlicher zurück als in Westdeutschland mit einem Minus von 2,4 Prozent.

Nach der Prognose zeigt die Corona-Krise deutliche Auswirkungen: Zwar falle die Arbeitslosenquote 2021 geringer als im Vorjahr aus, ohne die Pandemie läge sie jedoch bundesweit um 1,4 Prozentpunkte niedriger. Besonders stark seien die Folgen in Berlin mit einem coronabedingten Anstieg der Arbeitslosenquote von 2,9 Prozentpunkten, in Hamburg mit 2,2 Prozentpunkten und in Nordrhein-Westfalen mit 1,8 Prozentpunkten spürbar.

© dpa-infocom, dpa:210407-99-112133/3

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