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Erster Drive-in für Corona-Impfungen in Berlin

Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) - In Berlin startet an diesem Samstag der erste Drive-in für Corona-Impfungen. Auf dem Parkplatz der Ikea-Filiale in Lichtenberg kann sich dann jeder spontan ohne Termin impfen lassen, wie die Gesundheitsverwaltung am Dienstag mitteilte. Zur Verfügung stehen die Vakzine von Johnson & Johnson sowie Moderna. Neben einer Spur für Autofahrer sei auch eine für Fußgänger (Walk-in) geplant, hieß es. Zunächst ist das Angebot für sechs Wochen geplant - mit Option auf Verlängerung. Die Gesundheitsverwaltung rechnet mit etwa 2000 Impfdosen täglich, das Personal stellen Hilfsorganisationen und Kassenärzte.

«Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem Bezirk Lichtenberg und Ikea den Berlinerinnen und Berliner hier ein ganz flexibles und niederschwelliges Impfangebot machen können», sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). «Und wer immer kann, sollte hingehen und hinfahren: Sich impfen lassen, ist gelebte Solidarität. Ich hoffe sehr, dass die anderen Bezirke dem guten Beispiel folgen.» Zunächst hatten die «Berliner Morgenpost» und der «Tagesspiegel» über das neue Angebot berichtet.

Kalayci hatte schon in der Vorwoche darauf hingewiesen, dass die Impfkampagne sich verlangsamt habe und die Nachfrage nach Impfterminen stagniere. Ziel sei es daher, Impfangebote niedrigschwelliger zu machen als bisher, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Dazu gehört nun der Drive-in. Auch mobile Impfteams, die in der Stadt unterwegs sind, könnten Teil der neuen Strategie sein.

Laut Corona-Lagebericht des Landes haben bislang 57,6 Prozent der Berliner Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten, 41,4 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz. Um gegen das Coronavirus, vor allem die ansteckendere Delta-Variante, eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, reicht das bei weitem nicht aus.

Denn nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) sollten mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein. Werde dies rechtzeitig erreicht, scheine eine ausgeprägte vierte Welle im kommenden Herbst und Winter unwahrscheinlich, hieß es in einem RKI-Papier von vergangener Woche.

RKI-Chef Lothar Wieler betonte, diese Zielmarken seien nicht hypothetisch, sondern könnten tatsächlich erreicht werden. Aus wissenschaftlicher Sicht von großer Bedeutung seien dabei sogenannte aufsuchende Impfangebote. «Es muss uns gelingen, die Impfung zu den Menschen zu bringen.» Laut Umfragen sei die Impfbereitschaft in der Bevölkerung in Deutschland hoch, nur ein einstelliger Prozentsatz sei dagegen. Es gebe jedoch impfbereite Menschen, die nicht zum Arzt gehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Dienstag bei einem Besuch am RKI, zum Erreichen der hohen Impfziele seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Sie erwähnte dabei auch das Beispiel Ikea-Parkplatz in der Hauptstadt.

 


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