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Elf Festnahmen bei Zollkontrollen in Brandenburg

Ein Beamter trägt während seines Dienstes eine Schutzweste mit der Rückenaufschrift "Zoll". Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild

Königs Wusterhausen/Oranienburg (dpa/bb) - Bei Zollkontrollen von mehreren Unternehmen sind zehn Menschen vorläufig festgenommen und ein offener Haftbefehl vollstreckt worden. Unter anderem seien 21 Betriebe in Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) und Oranienburg (Landkreis Oberhavel) kontrolliert worden, teilte der Zoll am Montag mit. Die Kontrollen hätten vorwiegend in Nagelstudios und Gastronomiebetrieben stattgefunden. Mehrere Fluchtversuche seien vereitelt worden. Insgesamt habe der Zoll den Aufenthaltsstatus von 82 Personen ermitteln und diese zu ihren Arbeitsverhältnissen befragen können.

«Obwohl die Kontrollen keine Anhaltspunkte für Menschenhandel und Ausbeutung der Arbeitskraft ergaben, konnte neben der Festnahme des Gesuchten auch eine ganze Reihe anderer Verstöße von den Zöllnerinnen und Zöllnern aufgedeckt werden», sagte Andreas Graf, Pressesprecher des Hauptzollamts Potsdam. Eingeleitet worden seien demnach 34 Strafverfahren - unter anderem wegen des illegalen Aufenthalts der vietnamesischstämmigen Arbeiter und Beihilfe zum Missbrauch von Ausweispapieren. Bisher 23 Ordnungswidrigkeitsverfahren seien etwa wegen Verstößen gegen die Vorschriften zum Mindestlohn, der illegalen Beschäftigung von Ausländern sowie der Meldepflicht gegenüber den Sozialversicherungsträgern angestoßen worden.

Die Kontrollen fanden in der vergangenen Woche zwischen 31. Mai und 5. Juni als Teil der sogenannten «Joint Action Days» statt. Dabei handelte es sich um eine von der europäischen Polizeibehörde Europol koordinierte Aktion, die EU-weit durchgeführt wurde.