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Ein Fest für die Solidarität: Europatag in Guben und Gubin!

Ein Fest für die Solidarität: Europatag in Guben und Gubin! Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Ort für das Fest zum Europatag könnte nicht besser gewählt sein: Seit über 30 Jahren verbindet die Städte Guben und das polnische Gubin an der Neiße eine enge Partnerschaft. Mit einer grenzüberschreitenden Veranstaltung wollen europäische Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker, das Land Brandenburg, Polen und beide Städte an diesem Samstag die Solidarität mit der Ukraine unterstreichen. Zudem soll ein Zeichen für Völkerverständigung, Frieden und Solidarität gesetzt werden.

«Ein Friedensfest in diesen Zeiten muss kein Widerspruch sein. Wir feiern die europäische Einigung, die die Grundlage ist für Frieden in Europa», betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Russland hatte die Ukraine im Februar überfallen und führt dort seitdem einen Angriffskrieg.

Zentrales Element des Festes ist ein Riesenrad am Neißeufer mit 26 Gondeln, von denen jede den Fahrgästen Europa-Geschichten aus der Region erzählt. Auf einer Theaterinsel gibt es ein Programm unter anderem mit Tanz, Konzerten, Diskussionen und Lasershow. Polnische, ukrainische und deutsche Künstler wollen auftreten.

Unter anderem werden Brandenburgs Ministerpräsident sowie Elżbieta Polak, Marschallin der Woiwodschaft Lubuskie, und Anne-Marie Descôtes, Frankreichs Botschafterin in Deutschland, auf dem Festtag sprechen. Auf der Hauptbühne werden unter anderem Katarina Barley (SPD), Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, und Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, mit den Brandenburgerinnen und Brandenburgern über die Zukunft Europas diskutieren.

Nach Ansicht des Gubener Bürgermeisters Fred Mahro ist Guben/Gubin schon ein Stück weiter als Europa insgesamt. «Ich denke, das, was sich Europa in der Zukunft strategisch vorstellt, das leben wir in großen Teilen schon in unserer kleinen Stadt», sagte Mahro der Deutschen Presse-Agentur. Ihm zufolge leben über 1000 Polen in der 16.000-Einwohner-Stadt Guben. Es gebe kaum ein Unternehmen, das nicht mindestens einen polnischen Beschäftigten habe, so der Bürgermeister. In den Kindergärten und Schulen lernten und spielten deutsche und polnische Kinder längst gemeinsam.

Ein deutsch-polnisches Polizeiteam sorgt seit 2020 für Sicherheit in beiden Städten. Die gemeinsame Streife ist landesweit das erste Modellprojekt an der Grenze und wird mit EU-Mitteln gefördert. Insgesamt leben nach Angaben des Bürgermeisters über 60 Nationen in der Stadt mit den polnischen Nachbarn als größte Gruppe.

Das Gebiet entlang der europäischen Binnengrenzen macht nach Angaben von Carsten Jacob vom EU-weiten Informationsnetzwerk Europe Direct rund 40 Prozent des EU-Territoriums und knapp 30 Prozent der EU-Bevölkerung aus. Guben/Gubin werde den Europatag nutzen, um auf die Bedeutung der grenzüberschreitenden Kooperation für den Erfolg der Europäischen Integration hinzuweisen, sagte er. «Wir wissen aus historischen Erfahrungen den Wert des friedlichen Miteinanders zu schätzen und sind daher solidarisch mit allen ukrainischen Bürgerinnen und Bürgern.»


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