-

Ehefrau in Potsdam ermordet: Mann ging «brutal und kaltblütig» vor

Ehefrau in Potsdam ermordet: Mann ging «brutal und kaltblütig» vor. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb) - Er soll seine Ehefrau erst mit einem Messer attackiert und dann ihren Kopf in einem Teich minutenlang unter Wasser gedrückt haben: Im Mordprozess vor dem Landgericht Potsdam ist ein 65-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. «Die Kammer ist davon ausgegangen, dass der Angeklagte bei der Tat besonders brutal und kaltblütig vorgegangen ist», wie Gerichtssprecherin Sabine Dießelhorst nach dem Urteil am Donnerstag in Potsdam sagte (Az.: 21 Ks 10/20).

Das Gericht hat den Deutschen wegen Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und unerlaubten Führens einer Schusswaffe verurteilt. Auch stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Danach kann der Verurteilte nach 15 Jahren nur in Ausnahmefällen frei kommen, beispielsweise wenn er krank ist. Andernfalls kann bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe nach frühestens 15 Jahren ein Antrag gestellt werden, die Strafe zur Bewährung auszusetzen.

Die Kammer sei überzeugt davon gewesen, dass der Mann seine Frau im Mai 2020 in einer Ferienwohnung in Werder aufgesucht und mit einer Schreckschusspistole bedroht hat. Die Frau wollte sich laut Anklageschrift von ihm trennen und wohnte mit den beiden Kindern in der Wohnung. Sie sei vor ihrem Mann aus der Wohnung geflüchtet. Draußen attackierte der Angeklagte sie mit einem Messer und drückte sie «minutenlang» mit dem Kopf in einem Teich unter Wasser. Als ihr Sohn zur Hilfe eilte, habe ihn der Angeklagte mit der Pistole ins Gesicht geschossen. Der Sohn war deshalb nach Angaben der Sprecherin «handlungsunfähig».

Aus Sicht der Richter hatte der Mann seine Frau heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet. Er habe die Tat geplant. Die Tötung, die vor den Kindern stattgefunden habe, habe er «ausgekostet» und «seine Macht genossen». Zeugen hätten berichtet, dass der Angeklagte «mit triumphierendem Gesichtsausdruck» die Tötung kommentierte, so Dießelhorst.

Der 65-Jährige gab bei der Urteilsverkündung an, gegen die Entscheidung Revision einzulegen. Er habe in Notwehr gehandelt, seine Frau habe ihn mit Tabletten vergiften wollen. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten lebenslange Haft beantragt. Die Verteidigung stellte laut Gericht keinen Antrag.