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EU-Abgeordneter Lange warnt vor Jobverlusten in Autoindustrie

EU-Abgeordneter Lange warnt vor Jobverlusten in Autoindustrie
Deutschland und Welt: - Vor dem EU-Klimagipfel hat der EU-Handelspolitiker Bernd Lange (SPD) stärkere Anstrengungen verlangt, um den Strukturwandel in der Autoindustrie vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität abzufedern. "Wir müssen viel mehr tun", sagte der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Man sei noch nicht genügend vorbereitet für den Umstieg von den Verbrennungsmotoren hin zum Elektroantrieb.
"Da fehlt es noch an allen Ecken und Ecken von der Lade-Infrastruktur über die Batteriefertigung bis hin zur Digitalisierung der Branche." Europa sei derzeit "bei den Halbleitern völlig abhängig von China, von den USA und von Taiwan". Auch müsse das Problem des Batterierecyclings gelöst werden. "Vor allem aber müssen wir endlich damit beginnen, uns um die Beschäftigten in der Automobilindustrie zu kümmern", so der Europapolitiker weiter: "Sie brauchen eine klare Perspektive, wenn es nicht mehr so viele Jobs in der herkömmlichen Autoindustrie gibt." Mit Blick auf den anstehenden EU-Gipfel, der sich mit dem Kampf gegen den Klimawandel beschäftigen will, forderte Lange: "In erster Linie müssen wir die Beschäftigten für die Anforderungen der neuen Jobs fit machen. Das geht nur über Qualifizierung für neue Jobs zum Beispiel im Batterierecycling." Dazu brauche es in Deutschland "heute schon gemeinsame Anstrengungen von Politik, Gewerkschaften und Arbeitgebern", sagte Lange: "Deutschland müsste dringend dem Beispiel Schwedens folgen. Dort gibt es bereits eine Agentur, die sich genau um das Thema dieses Strukturwandels kümmert." Lange warnte vor schweren gesellschaftlichen Verwerfungen, wenn der Strukturwandel nicht klappe. "Wir müssen verhindern, dass es in Wolfsburg, München oder Stuttgart in ein paar Jahren so aussieht wie in Detroit. Die einstige Metropole der US-Autoindustrie hat eine verheerende Deindustrialisierung durchgemacht. Und die Menschen wurden einfach sich selbst überlassen", so der SPD-Politiker.