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Bundespräsidentschaftskandidat Trabert kritisiert Steinmeier

Bundespräsidentschaftskandidat Trabert kritisiert Steinmeier

Der Bundespräsidentschaftskandidat der Linken, Gerhard Trabert, ist der Ansicht, dass sich Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier (SPD) bislang zu wenig um die Belange von Armen und Flüchtlingen gekümmert hat. Das sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). "Die Themen soziale Benachteiligung und Armut, die haben bisher bei ihm keine große Rolle gespielt." Er finde gerade mit Blick auf die Situation von geflüchteten Menschen, dass man sich auch mal zu Wort melden könne. "Da gibt es bei Herrn Steinmeier weiße Flecken." Gerade der Bundespräsident habe in seinen Augen auch eine soziale Verantwortung, diese Themen aufzugreifen und die Politik in die Pflicht zu nehmen, so Trabert. "Als Staatsoberhaupt repräsentiert er die Einheit des Staates. Und zu dieser Einheit gehört für mich ganz wesentlich, dass die im Grundgesetz verbürgten Menschenrechte für alle Menschen gelten."

Der 65-jährige Arzt und Sozialarbeiter aus Mainz ist der bislang einzige Gegenkandidat Steinmeiers bei der Wahl des Bundespräsidenten am 13. Februar. Steinmeiers Wiederwahl gilt als gesichert, weil ihm sowohl die Parteien der Ampel-Koalition als auch die Union ihre Unterstützung zugesagt haben. Trabert will seine Kandidatur nach eigenen Angaben aber nutzen, um eine Debatte über soziale Ungerechtigkeiten in Gang zu bringen. Es sei seine Hoffnung, dass von dem, was er in den kommenden Wochen als Kandidat sagen werde, auch was hängen bleibe. "Ich könnte mir auch vorstellen, dass Vertreter anderer Parteien - etwa der Grünen oder des linken Flügels der SPD - auch nicht mit allem zufrieden sind, was Frank-Walter Steinmeier verkörpert. Vielleicht biete ich da doch auch eine Alternative an, nach dem Motto: Mehr soziale Gerechtigkeit wagen", so Trabert.