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Brinker zur AfD-Fraktionsvorsitzenden gewählt

Kristin Brinker spricht. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Die AfD-Fraktion im neuen Berliner Abgeordnetenhaus wird von Kristin Brinker geführt. Die 49-Jährige erhielt bei ihrer Wahl am Mittwoch zwölf Ja-Stimmen, ein Abgeordneter enthielt sich, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Ronald Gläser wurde zum Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt, Karsten Woldeit zum stellvertretenden Fraktionschef. Als weitere Stellvertreter von Brinker wählte die Fraktion Antonin Brousek und Thorsten Weiß.

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag kam die AfD mit Spitzenkandidatin und Parteichefin Brinker auf gerade mal 8,0 Prozent, nach 14,2 Prozent vor fünf Jahren. Die Zahl ihrer Abgeordneten halbierte sich nahezu. Die Partei stellt damit weiterhin die fünftstärkste von sechs Fraktionen im Parlament.

«Ich freue mich erstmal, dass ich das Vertrauen der Kollegen bekommen habe, so wie ich es eigentlich auch erwartet habe», sagte Brinker nach ihrer Kür zur Fraktionschefin der Deutschen Presse-Agentur. Innerhalb weniger Monate seit ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden im März habe die AfD viel aufgearbeitet und geschafft. «Insofern ist das eine schöne Geschichte jetzt.»

Der bisherige AfD-Fraktionschef Georg Pazderski, der dem neuen Abgeordnetenhaus nicht mehr angehört, hatte die 13-köpfige Fraktion vor der Wahl Brinkers an ihre Spitze gewarnt. Er warf ihr wiederholt ein enges Verhältnis zum Rechtsaußen-Flügel mit dem thüringischen Landeschef Björn Höcke als Galionsfigur vor. Brinker wies das am Mittwoch nochmals zurück. «Das ist ja Quatsch», sagte sie der dpa. «Ich war nie im Flügel, habe auch keine Berührungspunkte mit dem Flügel.»

In der neuen AfD-Fraktion sind je zur Hälfte Anhänger und politische Weggefährten Pazderskis vertreten sowie Anhänger Brinkers, die sich mit dem Ex-Fraktionschef schon länger entzweit hat. Bei den Wahlen um die Posten des Parlamentarischen Geschäftsführers und der Stellvertreter Brinkers gab es dem Vernehmen nach mehrere Kampfkandidaturen. Ein Abgeordneter habe seine Kolleginnen und Kollegen vor dem Szenario einer Spaltung der Fraktion gewarnt, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:210929-99-412682/4


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