-

Brandenburgs Ranger gehen wieder auf Tour

Die Rangerinnen Marlene Hardt (vorn) und Sophie Hoffmann von der Naturwacht Brandenburg. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Potsdam (dpa/bb) - Für die knapp 90 Rangerinnen und Ranger der Brandenburger Naturwacht endet an Pfingsten die Corona-Zwangspause. In den zurückliegenden Monaten konnten zwar von Zeit zu Zeit kleine Gruppen geführt werden, aber nur, wenn es die Pandemielage hergegeben habe, sagte Johannes Müller, Sprecher der vor 30 Jahren gegründeten Naturwacht in Brandenburg. Sie betreut 15 Großschutzgebiete auf einem Drittel der Brandenburger Landesfläche. Das sind der Nationalpark Unteres Odertal, drei Biosphärenreservate und 11 Naturparks. «Die Rangerinnen und Ranger freuen sich, dass es endlich wieder los geht mit den Touren», sagte Müller. Der Start musste zuletzt immer wieder verschoben werden. «Wir merken an den vielen Rückfragen, dass sich die Menschen ebenfalls freuen.» Im Vorjahr wurden rund 4000 Gäste auf 290 geführten Touren begleitet. In den Jahren zuvor waren es doppelt so viele. Auch die Bildungsangebote für Kita- und Schulkinder waren nur zeitweise und mit erheblichen Einschränkungen möglich.

Als direkte Gruppenführungen nicht mehr möglich waren, klärten die Ranger verstärkt über die Medien über ihre Arbeit auf, sagte Müller. Es entstanden mehrere Youtube-Videos, in denen Touren vorgestellt wurden. Derzeit sind die Ranger mit Aufgaben im Bereich des Monitorings beschäftigt. Dabei werden seltene Tier- und Pflanzenarten erfasst. Die Pflege von Amphibienlaichgewässern oder Orchideen- und Streuobstwiesen steht an. Unterstützt werden sie von rund 330 ehrenamtlichen Helfern.

Neu entwickelt wurde in Zusammenarbeit mit der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH die Website www.rangertouren-brandenburg.de mit den demnach schönsten Touren durch die Naturlandschaften. Im Angebot sind etwa durch das Biosphärenreservat Spreewald geführte Paddeltouren. Im Vorjahr besuchten laut Müller wegen des Lockdowns und kaum möglicher Fernreisen deutlich mehr Menschen die Naturlandschaften. Der Trend setze sich auch in diesem Jahr fort - vor allem in den berlinnahen Großschutzgebieten gebe es großen Andrang. Statt der überlaufenen Hotspots wie dem Naturpark Barnim oder dem Weltnaturerbe Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin werde auch für den Besuch anderer Großschutzgebiete geworben.

Aber die besonders sensiblen Biotope mit seltenen Tier- und Pflanzenarten benötigen auch besonderen Schutz. Die Ranger verzeichneten 2020 rund 2400 Verstöße gegen die Anordnungen in den Naturlandschaften - eine deutliche Zunahme im Vergleich zu 2019 mit etwa 1150 Verstößen. 299 Delikte wurden zur Anzeige gebracht (2019: 197). Es seien Wegegebote missachtet worden oder illegale Feuerstellen angelegt worden, um zu grillen. Einige stellten zudem trotz Verbots Camper oder Zelte auf, sagte Müller.