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Brandenburger Grüne: Weibliche Doppelspitze wiedergewählt

Brandenburgs Grünen-Landeschefinnen Julia Schmidt (l) und Alexandra Pichl freuen sich über ihre Wiederwahl. Foto: Bernd Settnik/dpa

Potsdam (dpa/bb) - Das weibliche Spitzen-Duo der Brandenburger Grünen ist wiedergewählt worden. Alexandra Pichl und Julia Schmidt erhielten auf dem Parteitag in Potsdam erneut den Rückenhalt ihrer Partei und wurden zu den Vorsitzenden ernannt. Die 28-jährige Schmidt errang den Frauenplatz mit 79,59 Prozent.

Die 43-jährige Alexandra Pichl wurde mit 80,41 Prozent für den offenen Platz als Landesvorsitzende gewählt. In beiden Wahlgängen gab es keine Gegenkandidaturen. 2019 waren die beiden Frauen zur ersten weiblichen Doppelspitze der Brandenburger Grünen ernannt worden.

Die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock berichtete von heftigem Ringen bei den Koalitionsverhandlungen der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP. «Wir hatten die Nase auch mal richtig voll, weil wir das Gefühl hatten, für den Klimaschutz sind nur die Grünen verantwortlich», sagte Baerbock bei einer Rede auf dem Landesparteitag. «Aber es gibt andere Bereiche, wo diese Farbkonstellation einen wirklichen Aufbruch schaffen wird.»

Die Verhandlungen seien eine große Verantwortung. «Wenn drei Parteien erstmalig zusammenkommen und miteinander ringen, dann ist das schwierig, weil es Themenfelder gibt, da kommt man aus komplett anderen Welten», sagte Baerbock. Aber wenn man sich wirklich bemühe, könne da auch was Neues entstehen.

Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach auf dem Parteitag in Potsdam von «brutal anstrengenden» Verhandlungen. «Aber es ist ein ehrliches Ringen um die besten Lösungen für unser Land», sagte Kellner. «Wir haben bereits viel erreicht. Ich hoffe, dass ihr nächste Woche das Ergebnis lesen könnt.»

Neben dem Klimaschutz beschäftigt vor allem die Corona-Pandemie die Koalitionspartner. «Der größte Brocken ist natürlich die Corona-Situation. Das ist eine wahnsinnig heftige Lage», sagte Baerbock.

Großen Zuspruch bekam Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher. Sie erhielt auf dem Parteitag minutenlangen Applaus für ihre Arbeit in der Corona-Pandemie. «Ich habe im Moment einen der schwierigsten Jobs in Brandenburg», sagte die Ministerin. Der Parteitag fand wegen der Pandemie unter strengen Auflagen statt.

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