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Börsen auf Talfahrt - Flucht in Gold und Staatsanleihen!

Börsen auf Talfahrt - Flucht in Gold und Staatsanleihen. Symbolfoto:

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Für den deutschen Leitindex Dax ging es am Donnerstag zum Handelsstart um mehr als vier Prozent auf 14 040 Punkte abwärts. Vorbörslich hatten sich sogar noch höhere Verluste abgezeichnet. Auch die restlichen Börsen rund um den Globus knickten ein. An der Börse in Moskau brach der RTS-Index <RU000A0JPEB3> um mehr als ein Drittel ein. Hier blicken Anleger vor allem auf neue Sanktionen des Westens gegen das Land. Die geplanten neuen Schritte werden nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Zugang russischer Banken zu den europäischen Finanzmärkten stoppen. Zudem sollen russische Vermögenswerte in der EU eingefroren werden, und wichtigen Sektoren der russischen Wirtschaft soll der Zugang zu Schlüsseltechnologien und Märkten verwehrt werden.

Die generelle Sorge an den Märkten: Weiter rasante Rohstoffpreise könnten die ohnehin hohe Teuerung noch anheizen. Die Ölpreise legten am Donnerstag kräftig zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete erstmals seit 2014 mehr als 100 Dollar. Zuletzt zog der Brent-Preis um 4,50 Dollar oder 4,65 Prozent auf 101,34 Dollar an. Damit summiert sich das Plus beim Brent-Preis in diesem Jahr bereits auf rund 30 Prozent, nachdem sich der Kurs im vergangenen Jahr verdoppelt hatte.

Anleger flüchteten in Gold oder deutsche Staatsanleihen: Eine Feinunze Gold (rund 31,1 Gramm) kostete im frühen Handel 1949 US-Dollar, das ist der höchste Stand seit Januar 2021. Auch der deutsche Anleihemarkt legte zu: Am Donnerstagmorgen zog der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um etwa ein Prozent auf 167,64 Punkte an. Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident Wladimir Putin den Angriff der Ostukraine offiziell angeordnet. US-Präsident Joe Biden, die westlichen Verbündeten und die Nato verurteilten Putins Vorgehen scharf und kündigten weitere Sanktionen an. Russland hat nach den Worten von Biden "vorsätzlich" einen "Krieg" gegen die Ukraine begonnen.

In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 225 am Donnerstag 1,8 Prozent tiefer. Der Hang-Seng-Index in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong sackte um gut 3 Prozent ab, und der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland büßte auch deutlich ein. Für den US-Markt zeichnete sich eine Fortsetzung der Talfahrt vom Vortag ab.


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