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Betrug mit überteuertem Wein?: Angeklagter schweigt

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) - Als angeblicher Getränkelieferant soll ein 38-Jähriger über Jahre hinweg Senioren um zum Teil mehrere tausend Euro geprellt haben. Wegen Betrugstaten mit einem Schaden von rund 45.000 Euro muss sich der Mann seit Donnerstag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten verantworten. Zu Prozessbeginn hat der 38-Jährige zu den Vorwürfen geschwiegen.

Laut Ermittlungen soll er ältere Menschen jeweils in ihrer Wohnung aufgesucht und sie gedrängt haben, Wein oder Saft zu hohen Preisen zu bestellen. So habe er im Fall einer 92-jährigen Frau fast 15.000 Euro erlangt, so die Staatsanwältin. Eine 89-jährige Seniorin soll der Angeklagte im Oktober 2015 mit einem angeblichen Geldgeschenk überrumpelt und ihr dann 120 Flaschen Wein zu einem Preis von insgesamt 2900 Euro verkauft haben. Eine Lieferung sei wie in anderen Fällen nicht erfolgt.

Gegen den gelernten Kaufmann liegen acht Anklagen vor. Darin geht es um mutmaßliche Taten in der Zeit von 2015 bis 2020. In einigen Fällen sei es nicht zu beabsichtigten Abbuchungen gekommen. So habe sich eine 91 Jahre alte Frau geweigert, einen bereits ausgefüllten Überweisungsträger zu unterschreiben. Der Angeklagte habe ihr 80 Flaschen Eiswein zum Preis von 10.000 Euro verkaufen wollen. Eine 89-Jährige habe er laut Anklage zur Unterzeichnung eines Vertrags über den Kauf von 200 Flaschen Wein sowie 240 Flaschen Saft für fast 19.000 Euro gedrängt. Eine Geldüberweisung sei nicht erfolgt.

Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage vorgesehen. Der Prozess wird am 29. Juli fortgesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210721-99-467680/3


 
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