Bericht:

Betriebsräte der Autokonzerne kontern Kritik von Umweltverbänden

Betriebsräte der Autokonzerne kontern Kritik von Umweltverbänden
Wirtschaftsnachrichten: - Die Betriebsratschefs von BMW, Daimler und Volkswagen haben sich gegen eine Dämonisierung der Autoindustrie ausgesprochen. "In der öffentlichen Diskussion bekommt man im Moment den Eindruck, das Auto sei nichts als ein einziges Risiko. In der Gefahrenskala liegt es irgendwo zwischen Ebola und nordkoreanischen Raketen", sagte der oberste Arbeitnehmervertreter von VW, Bernd Osterloh, dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).
Manche sähen das Auto offenbar nur noch als eine überholte Technik von Leuten, die in der Vergangenheit leben. Im "Handelsblatt" verwandten sich auch Michael Brecht und Manfred Schoch, die Betriebsratsvorsitzenden von Daimler und BMW, gegen die zunehmende Kritik an Autos und speziell an sportlichen Geländewagen (SUV). Umweltverbände haben zu Protesten im Umfeld der Internationalen Automobilausstellung (IAA) aufgerufen, die am Donnerstag eröffnet wird. Brecht sagte, dass die Industrie nicht das Problem sei, sondern Teil der Lösung. Die Branche bewege sich, indem sie Elektrifizierung des Verkehrs vorantreibe, sagte Schoch. Damit die Wende gelingt, schlug Brecht eine konzertierte Aktion vor: "Wenn wir ein Bündnis aus Politik, Umweltverbänden und Autoindustrie schmieden, dann werden wir schneller zu Lösungen kommen." Ziel eines Dialoges könne aber nicht sein, das Auto abzuschaffen. Die drei Betriebsratsvorsitzenden, die rund eine Million Mitarbeiter repräsentieren, forderten Unterstützung von der Bundesregierung: Neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur sollte auch über ein Wegfall der Mehrwertsteuer auf E-Autos und günstigerer Strom nachgedacht werden, sagte Schoch. Der Mangel an Stromtankstellen gilt als eines der größten Hemmnisse beim Absatz von Stromern. Für Daimler-Vertreter Brecht müsste die Regierung ein ureigenes Interesse an einer Lösung haben. "Durch die Polarisierung treibt man die Menschen Parteien wie der AfD zu." Die Partei macht sich etwa für Dieselautos stark, um Stimmen frustrierter Autofahrer zu sammeln.
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