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Berlins Gesundheitssenatorin verteidigt Vorstoß zu verschärfter Maskenpflicht

Berlins Gesundheitssenatorin verteidigt Vorstoß zu verschärfter Maskenpflicht. Archivfoto: Carsten Koall/dpa

Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote hat ihren umstrittenen Vorstoß zur Verschärfung der Maskenpflicht wegen Corona verteidigt. Der zuletzt beschleunigte Anstieg der Fallzahlen in den letzten Tagen habe sie bewogen, schnell zu handeln, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist ja auch ein Fehler aus der Vergangenheit, zu lange zu warten. So lange zu warten, bis alle sehen: Die Lage ist schlimm», führte die Senatorin aus. «Wir müssen vor die Lage kommen.» Dazu werde sie dem Senat nächsten Dienstag einen Vorschlag vorlegen und auch begründen.

Das Tragen einer Maske sei ein vergleichsweise mildes Mittel, was im Hinblick auf den Schutz vor Ansteckung aber sehr viel bringen könne. Es sei auch deshalb wichtig, jetzt hier etwas zu tun, weil die beabsichtigte Wirkung auf die Infektionszahlen erst mit etwa 14 Tagen Abstand eintrete. «Ich kann verstehen, dass das keinem gefällt», sagte Gote. «Mir gefällt es auch nicht. Aber ich habe den Job, die Botschaft zu überbringen und zu sagen: Wir müssen handeln.»

Gote hatte am Mittwochvormittag auf einer Pressekonferenz deutlich gemacht, dass sie wegen zunehmender Corona-Zahlen und der steigenden Belastung für das Gesundheitssystem eine Maskenpflicht in Innenräumen für nötig hält - und zwar zunächst in solchen, die in der Regel viel besucht sind. Das könnte etwa Geschäfte oder öffentliche Gebäude wie Museen oder Bibliotheken betreffen.

Gote kündigte dabei an, den Vorschlag bei der nächsten Senatssitzung am kommenden Dienstag zur Beratung zu stellen. Im Senat und in der rot-grün-roten Koalition sorgte das dem Vernehmen nach für Irritationen, weil der Senat erst einen Tag zuvor über Corona beraten und sich auf neue Kriterien zur Lagebewertung verständigt hatte. Dass sie eine rasche Verschärfung der Maskenpflicht für nötig hält, hatte Gote dabei nicht erwähnt.

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur räumte sie ein, dass der zeitliche Ablauf «ambitioniert» gewesen sei. Sie habe gemeinsam mit den Fachleuten der Gesundheitsverwaltung die Corona-Entwicklung schon länger aufmerksam beobachtet, aber den Ernst der Lage «in dieser Schärfe und Klarheit» erst nach einem neuen Austausch der Beteiligten am Mittwochmorgen erkennen können. Dieses Wissen habe sie nicht zurückhalten wollen und auf der Pressekonferenz mitgeteilt.