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Berliner-Weihnachtsmärkte: «Wir können nicht noch mehr sparen»

Berliner-Weihnachtsmärkte: «Wir können nicht noch mehr sparen». Archivfoto: Monika Skolimowska/dpa

Rund sieben Wochen vor Weihnachten beginnt in Berlin in diesen Tagen wieder die Weihnachtsmarktsaison. An diesem Freitag (14.00 Uhr) öffnet der Weihnachtsmarkt «Winterzauber» auf der Frankfurter Allee in Lichtenberg, am Samstag der «Glühwald» am Mercedes-Platz in Friedrichshain. Vor rund einer Woche ist es bereits am Potsdamer Platz losgegangen mit dem «Winterwelt»-Markt, der vor allem für seine Rodelbahn mit Blick aufs Brandenburger Tor bekannt ist.

Ganz unbeschwert dürfte die Vorfreude aufs Fest allerdings auch in diesem Jahr nicht sein: Aufgrund der Energiekrise sehen sich viele Veranstalter und Aussteller gezwungen, ihre Preise zu erhöhen. Sowohl am Alexanderplatz als auch am Potsdamer Platz und an der Gedächtniskirche äußerten sich Standbetreiber entsprechend.

«Die Preise werden um circa 50 Cent steigen», sagte etwa Martin Rausch der Deutschen Presse-Agentur. Rausch unterhält vier Stände auf verschiedenen Berliner Weihnachtsmärkten. Grund für die Erhöhungen seien vor allem gestiegene Kosten für Lebensmittel und Rohstoffe im Einkauf. Auch Personalkosten seien teurer geworden. Rausch betreibt eigenen Angaben zufolge bereits seit mehreren Jahren seine Stände mit günstigerem Flüssiggas, um nicht von den Energiekosten abhängig zu sein.

Auch Hans-Dieter Laubinger, der den Weihnachtsmarkt am roten Rathaus betreibt, spart bereits seit Jahren: «Unser riesiger Weihnachtsbaum verbraucht mittlerweile nur noch so viel Strom wie ein Bügeleisen. Wir können nicht noch mehr sparen», sagte er. Er habe zudem schon vor Jahren die Beleuchtung auf energiesparende LED-Lampen umgestellt und auch bei der Eisbahn werde der Energiebedarf durch moderne Messgeräte genau abgestimmt.

In der «Winterwelt» am Potsdamer Platz können Besucher unter anderem mit Blick auf das Brandenburger Tor rodeln. In den vergangenen Jahren gab es dort auch eine Eisbahn, die in diesem Jahr aufgrund von Umbauarbeiten, aber vor allem auch wegen der Energiekrise nicht öffnen könne, sagte Betreiberin Jacqueline Bergmann.

Die meisten Weihnachtsmärkte in Berlin öffnen traditionell erst nach Totensonntag, der in diesem Jahr auf den 20. November fällt. So auch die Weihnachtsmärkte am Alexanderplatz, an der Gedächtniskirche und am Roten Rathaus, wo Martin Rausch seine Lángos verkauft, eine ungarische Teigspezialität. Man brauche «Fingerspitzengefühl» bei den Preisanpassungen, um weder sein Personal, noch die Besucher zu verschrecken, sagte er. Nachdem Rausch in den vergangenen Jahren Einbußen durch die Corona-Maßnahmen hatte, ist er nun aber zuversichtlicher: «Ich blicke optimistisch auf eine gute Saison dieses Jahr.»