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Berliner Arztpraxen impfen zunächst weiter nach der Impfreihenfolge

Berliner Arztpraxen impfen zunächst weiter nach der Impfreihenfolge Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - In den Berliner Arztpraxen gilt weiter die festgelegte Impfreihenfolge. Anders als etwa in Baden-Württemberg sei die sogenannte Priorisierung nicht aufgehoben, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin am Montag. Auch ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit bestätigte am Montag auf Anfrage, zunächst sollten die priorisierten Gruppen geimpft werden. Allerdings dürften Haus- und Facharztpraxen seit Montag von der vorgeschriebenen Reihenfolge abweichen, wenn sie ihre Impfdosen nicht für priorisierte Gruppen verbrauchen könnten. Das hatte die Gesundheitsverwaltung bereits am Freitag mitgeteilt.

In der Diskussion um das Thema hatte die Berliner Kassenärztliche Vereinigung am Donnerstag scharf gegen eine vollständige Aufhebung der Impfreihenfolge protestiert. Aus ihrer Sicht fehlt es den Ärzten an ausreichend Impfstoff, um auch nur die Menschen aus den Vorranggruppen umfassend impfen zu können. Wie die Sprecherin am Montag sagte, würden Impftermine weiterhin nach der Prioritätenreihenfolge vergeben. Die Impfungen für die Priorisierungsgruppe 3, zu der zum Beispiel Menschen über 60 Jahren gehörten, hätten erst kürzlich begonnen.

«Viele Arztpraxen werden wahrscheinlich von Anfragen überflutet», sagte die Sprecherin. Solche Rückmeldungen habe es am Montag in einzelnen Fällen an die KV bereits gegeben. Die Wartelisten in den Praxen für diejenigen mit Impfanspruch laut Priorisierungsgruppe seien aber ohnehin lang.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Freitag argumentiert, den Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzten solle mehr Flexibilität gegeben werden. In einem Schreiben von Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz an den Vorstand der KV von Freitag ist die Rede von einer «bedingten Aufhebung der Priorisierung».

Berlin habe sich entschlossen, von der Priorisierung in den Arztpraxen abzuweichen - im Sinn der Impfverordnung des Bundes. Danach könne von der Reihenfolge abgewichen werden, «wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist, insbesondere um einen Verwurf von Impfstoffen zu vermeiden». Die Sprecherin der KV sagte, das sei den Praxen aber auch schon zuvor möglich gewesen. Für den Impfalltag habe sich nichts geändert. Auch weiterhin sei Geduld nötig, bis ausreichend Impfstoff für alle da sei.