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Beratung für Spargelhelfer: «Es ist Detektivarbeit»

Ein Erntehelfer arbeitet auf einem Spargelfeld. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Beelitz (dpa/bb) - Es ist bereits die zweite Spargel-Saison in der Corona-Pandemie. Aus Sicht der Fachstelle Migration und gute Arbeit Brandenburg des DGB-Landesbezirks Berlin-Brandenburg hat die Pandemie die Bedingungen für Erntehelfer aus dem Ausland erschwert. «Die Probleme sind aber die gleichen geblieben wie auch schon vor Corona», sagte Leiter Philipp Schwertmann: «Unter welchen Bedingungen wird gearbeitet, wie viel Lohn bekommen die Helfer, was steht im Arbeitsvertrag, das ist alles weiterhin völlig intransparent.»

Seit 2016 bietet die Fachstelle den Helfern, die größtenteils aus Rumänien und Polen kommen, in ihrer Muttersprache Beratung zum Thema faire Arbeitsbedingungen an. Entweder richten sich die Helfer selbst mit Fragen an die Stelle. Daneben gehen die Berater auf Höfe, um Helfer über ihre Rechte aufzuklären. Das sei nicht immer einfach. «Es ist zum Teil richtige Detektivarbeit, die Helfer zu finden», sagte Schwertmann. Denn nicht immer seien die Helfer auf den Höfen selbst untergebracht. Und in der Pandemie sei es noch einmal schwieriger, Informationen an die Betroffenen zu bringen.

Aus Sicht der Fachstelle halten sich die meisten Betriebe in Brandenburg an die Regeln zur Unterbringung und Bezahlung. Es gebe aber einen Teil, «der über Einzelfälle hinausgeht», der das nicht tue, berichtete Schwertmann. Beispielsweise seien in manchen Betrieben die Kosten für Unterkunft und Verpflegung so hoch, dass sie die Einnahmen der Helfer überstiegen: «Am Ende bleibt nichts übrig.»

Ist die Ernte schlecht, gebe es für die Helfer keine Arbeit - und damit auch kein Geld. «Wir hatten sogar Fälle, da wurden die Helfer nur für die Ernte von «vermarktungsfähigem Spargel» bezahlt. Das ist aber das unternehmerische Risiko des Betriebs.» Schwertmann meint, dass die Helfer angestellt werden müssten. «Manche arbeiten bereits Jahrzehnte in deutschen Betrieben. Dennoch hätten sie keine Rentenansprüche.

In Brandenburg wird seit Anfang April auf rund 4000 Hektar Spargel geerntet. Dafür sind nach Angaben des Beelitzer Spargelvereins rund 6000 Saisonarbeitende nötig. Laut dem Verein müssen sich die Helfer wöchentlich auf das Coronavirus testen. Offiziell endet die Saison am 24. Juni.

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