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BDI glaubt ab 2,5 Prozent Exportwachstum

BDI glaubt ab 2,5 Prozent Exportwachstum
Trotz der konjunkturellen Folgen des Ukraine-Krieges hält der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ein Wachstum der Exporte im Vergleich zum Vorjahr für möglich. "Der Krieg, aber auch die globale Störung der Logistikketten schwächen das Wachstum", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Die Industrie leidet unter teuren Rohstoffen und Lieferengpässen, die Konjunkturrisiken bleiben sehr hoch", ergänzte er.
"Trotzdem halten wir einen Anstieg der Exporte um zweieinhalb Prozent für möglich, allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: die Lieferkettenprobleme nehmen in der zweiten Jahreshälfte deutlich ab. Und es gibt kein Gas-Embargo. Das würde unser Wachstum abwürgen und die Wirtschaft in die Rezession schicken." Deutschland dürfe nie wieder so abhängig von einem Land wie von Russland werden, sagte Russwurm. "Es gehört zur Ehrlichkeit dazu, dass wir einen Stopp der russischen Gaslieferungen auch heute noch nicht verkraften könnten - da sind sich Wirtschaft und Bundesregierung einig", sagte er. "Unternehmen müssen ihr Beschaffungswesen viel stärker diversifizieren und auch neue Absatzmärkte erschließen", so der Industriepräsident. "Das ist weniger kostengünstig als der Fokus auf wenige große Lieferanten und wenige große Länder. Aber es beugt einseitigen Abhängigkeiten vor." Russwurm räumte ein, dass auch die Wirtschaft eine Verantwortung für die Abhängigkeit von Russland trage, weigerte sich aber, diese Politik generell als Fehler zu bezeichnen. "Natürlich trägt auch die deutsche Wirtschaft Verantwortung. Durch die geographische Lage war Deutschland für günstiges Pipelinegas aus Sibirien erreichbar. Diesen Wettbewerbsvorteil nicht zu nutzen wäre ökonomisch falsch gewesen", sagte er. "Niemand hatte vor Augen, dass sich ein russischer Präsident komplett von dem zivilisatorischen Minimalkonsens der Staatengemeinschaft verabschiedet. Das war ein historischer Irrtum, das räume ich ein", so Russwurm weiter. "Deshalb war allerdings noch lange nicht die gesamte Russland-Politik der vergangenen 20 Jahre ein Fehler, wie nun viele behaupten", fügte er hinzu.

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