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Air Liquide baut bei BASF Anlage für Luftzerlegung

Industrieanlagen auf dem Gelände der BASF Schwarzheide GmbH. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schwarzheide (dpa/bb) - Eine neue Anlage des französischen Unternehmens Air Liquide auf dem Gelände von BASF in Schwarzheide wird künftig Sauerstoff und Stickstoff für den Chemiekonzern produzieren und auch CO2-freie Druckluft bereitstellen. BASF benötigt diese Stoffe für die Produktion von Batteriematerialien. Am Donnerstag erfolgte für die Luftzerlegungsanlage der symbolische erste Spatenstich auf dem BASF-Werksgelände. Der französische Konzern wird den Angaben zufolge rund 40 Millionen Euro in den Bau investieren. Die neue Anlage wird auf einem rund 12.000 Quadratmeter großen Areal errichtet und soll 2023 in Betrieb gehen. Sie wird zudem Flüssigprodukte etwa für Kunden aus der Automobil-, Food- oder Metallbranche produzieren. Dabei arbeitet sie nach dem Prinzip der Luftzerlegung, bei der die Umgebungsluft angesaugt, gereinigt, verdichtet und gekühlt wird.

«Die Luftzerlegungsanlage von Air Liquide schafft eine der Voraussetzungen, damit wir künftig als Teil der europäischen Wertschöpfungskette für Elektromobilität erfolgreich sein und besonders nachhaltige Batteriematerialien herstellen können», erklärte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide. Die neue Anlage werde flüssige Produkte direkt vor Ort produzieren und damit Produktlieferungen per Straßentransport stark reduzieren, ergänzte Gilles Le Van, Vorsitzender der Geschäftsführung von Air Liquide Deutschland. «Dies ist ein wichtiger Baustein für die Erreichung unserer Klimaziele.»

BASF wird nach eigenen Angaben ab 2022 in einer neuen Produktionsanlage Kathodenmaterialien für 400.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr herstellen. Zudem baut der Chemieriese auch eine Prototypanlage für das Batterierecycling. Ziel ist es laut Unternehmen, den Kreislauf zu schließen, um führend im Recycling von Lithium-Ionen-Batterien für die Automobilindustrie zu werden.

Für Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zeigt das Beispiel Air Liquide, wie sich verschiedene Branchenfelder ergänzen können. «So entstehen neue Leuchttürme, die weit über die Lausitz hinausstrahlen- und mit denen die Lausitz attraktiv ist für Fachkräfte aus der Industrie.» Air Liquide ist bereits seit 1995 am Standort Schwarzheide tätig und betreibt dort eine Anlage zur Stickstoffproduktion. Der Konzern beschäftigt deutschlandweit rund 4000 Mitarbeiter und versorgt etwa 100.000 Kunden in den wichtigsten Industrieregionen. Das Unternehmen beliefert zahlreiche Branchen, wie die Flugzeug-, Auto-, Lebensmittel-, Chemie- und Elektronikindustrie, die Energiewirtschaft sowie den Gesundheitssektor.


 
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