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"Brot für die Welt" gegen EU-Einsatz in Mosambik

"Brot für die Welt" gegen EU-Einsatz in Mosambik
Deutschland und Welt: - Das Hilfswerk der evangelischen Kirche in Deutschland, "Brot für die Welt", hat den geplanten Anti-Terror-Einsatz der EU in Mosambik scharf kritisiert. "Wir appellieren an die Bundesregierung, auf Frankreich und Portugal einzuwirken, von ihren militärischen Plänen in Mosambik abzulassen. Auch eine militärische Ausbildungsmission der EU für die mosambikanische Armee wird die Konflikte nicht lösen", sagte Präsidentin Dagmar Pruin der "Welt".
Es bestehe vielmehr die Gefahr, "dass die EU in den Konflikt hineingezogen und eine der Konfliktparteien wird". Viel wichtiger wäre es, so Pruin, dass die EU die Landrechtsfrage als eine der zentralen Konfliktursachen benennt. Die lokale Bevölkerung müsse gerecht an den Einkünften aus den Bodenschätzen und anderen Konzessionen beteiligt werden. "Vor allem die jungen Leute brauchen Perspektiven, damit sie nicht aufgrund von Armut, fehlender Bildung und Arbeitslosigkeit ihr Heil im bewaffneten Kampf suchen. Die Menschen in Mosambik brauchen Frieden, sie brauchen Schulen, Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze." Am Montag (12. Juli) beschlossen die EU-Außenminister einen Militäreinsatz in Mosambik als Reaktion auf den wachsenden Einfluss von Terroristen im Norden des Landes. EU-Soldaten sollen laut Beschluss künftig mosambikanische Soldaten für den Anti-Terrorkampf und den besseren Schutz von Zivilisten ausbilden. Der Einsatz ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Deutschland will sich daran bis auf Weiteres nicht beteiligen. Welche EU-Länder wie viele Truppen stellen, muss noch verhandelt werden. Die meisten Soldaten werden laut EU aber von Portugal gestellt werden, dass die Streitkräfte des Landes schon bilateral unterstützt. Im Norden Mosambiks - einer Region, in der der französische Energiekonzern Total an einem milliardenschweren Flüssiggasprojekt beteiligt ist - verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Nach Angaben der EU gibt es mittlerweile mehr als 700.000 Binnenflüchtlinge.

 
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